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Kreuzallergien / Nahrungsmittelallergien
Jeder vierte Deutsche glaubt, an einer Nahrungsmittelallergie
zu leiden. Jedoch sind von echten allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel nur etwa 3-10% der Kinder und nur 1-2% der Erwachsenen betroffen. Die meisten Reaktionen auf Nahrungsmittel sind auf
Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -intoleranzen zurückzuführen.
Die Spanne der möglichen Ursachen für Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Bauchbeschwerden nach
Nahrungsaufnahme ist groß. Krankhafte Organveränderungen (Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Pankreas, Leber, Galle, Dickdarm) sind die eine Seite, funktionelle Ursachen die andere. Hier unterscheidet man weiter in
toxische (giftige) und nicht-toxische, wobei die nicht-toxischen dann allergischer Natur sein können oder auf eine Intoleranz schließen lassen. Die genaue Abklärung kann nur durch einen Facharzt und genaue
Beobachtung erfolgen.
Die häufigsten Auslöser einer echten Nahrungsmittelallergie sind
Kuhmilch, Nüsse, Erdnüsse, Eiweiß und Obst. V.a. Kuhmilch und Eiweiß führen bei Kleinkindern zu heftigen allergischen Reaktionen der Haut. Hier kann das 6monatige Stillen der Neugeborenen
einen effektiven Schutz bieten. Jedoch ist auch nach dem Stillen eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen. Bei Kindern reduziert sich die allergische Reaktion auf
Nahrungsmittel nach dem 6. Lebensjahr deutlich, meist kommt es dann aber zur Entwicklung eines Heuschnupfens. Sportliche Anstrengung und Stress können verstärkte
Auslöser einer Nahrungsmittelallergie sein, wenn nach der Anstrengung entsprechende Nahrung gegessen wird. Häufig äußert sich die Allergie dann mit Hitze, Übelkeit, Atemnot
und Ekzemen. Das sog. orale Allergiesyndrom ist nach Nahrungsmittelgenuss ebenfalls zu beobachten: Juckreiz im Mund, Rachen oder Ohren mit starker Schwellung von Zunge und Lippen. Anaphylaktische Reaktionen sind nach Nahrungsmittelgenuss möglich !
Allergische Symptome sind auch möglich, wenn Nahrungsmittel oder Medikamente eingenommen werden, die bestimmte
Inhaltstoffe enthalten, die direkt zu den Symptomen führen, ohne dass eine echte allergische Reaktion abläuft. Man spricht dann von einer Pseudoallergie. Hier kommen v.a. Histamin (z.B. in Rotwein, Salami, Schokolade, Nüssen, Käse, Fisch oder
Medikamenten), Salizylate (z.B. in Aspirin, Obst, Gewürzen, Senf) oder Sulfite (z.B. Natriumsulfit, Kaliumsulfit, Schwefelsulfit in Rot-
und Weißwein) in Frage. Symptome wie Kopfschmerz, Blähungen, Sodbrennen, Schnupfen oder Migräne können dann auftreten.
Der Genuss von Alkohol kann die Freisetzung von Histamin verstärken und beschleunigen. (Buchempfehlung: Histaminintoleranz, Trias-Verlag)
Nahrungsmittelallergien treten oft als Kreuzallergien
auf. Man versteht darunter, dass bei einer bestehenden Allergie auf bestimmte Allergene (z.B. Pollen), zusätzliche allergische Reaktionen auf andere Stoffe auftreten, die ähnliche Eiweißstrukturen
haben, wie das eigentliche Allergen. Dabei müssen die allergischen Unverträglichkeitsreaktionen nicht denen der eigentlichen
Allergie ähneln. Oft kommt es zu Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel mit Symptomen wie Halskribbeln, Durchfall oder
Hautreaktionen. In manchen Fällen kann die Schleimhaut von Mund und Rachen aber auch derart anschwillen, dass der Erstickungstod droht. Auch anaphylaktische Reaktionen sind bekannt.
Einige Nahrungsmittel enthalten biogene Amine, wie Histamin, Serotonin, Tyramin
. Diese Stoffe führen bei Allergikern zu allergischen Symptomen oder Unverträglichkeiten. Histamin ist v.a. in Erdbeeren, Tomaten, Sardellen, Sauerkraut, Thunfisch,
Salami, Käse, Fisch, Schokolade, Nüssen, Rotwein und Sekt enthalten. Serotonin in Ananas, Bananen und Walnüssen. Tyramin in Käse, Fisch, Hefe, Wurst und Schokolade.
Jeder Pollen- und Hausstauballergiker sollte an solche Kreuzreaktionen denken, wenn er Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel
feststellt, und eventuelle Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel in Bezug auf seine Allergie überprüfen, sowie diese Nahrungsmittel dann strikt meiden.
Besonders häufig kommt es z.B. bei Birkenpollenallergikern zu Unverträglichkeit von u.a. Äpfeln, Nüssen oder Erdbeeren (s.
Tabelle mit möglichen Kreuzallergenreaktionen):
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Birkenpollen
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Erle, Hasel, Esche, Buche, Eiche, Beifuß, Sellerie, Nüsse (v.a. Haselnuss), Mandeln, Karotten,
Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich, Pflaume, Mirabelle, Zwetschge, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Litschi, Kirsche, Kiwi, Gewürze
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Beifußpollen
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Birke, Chrysantheme, Traubenkraut (Ragweed), Kamille, Löwenzahn, Sonnenblume, Sellerie, Karotte,
Kartoffel, Kiwi, Gurke, Tomate, Melone, Artischocke, Anis, Koriander, Curry, Chilli, Estragon, Zimt, Ingwer, Kümmel, Muskatnuss, Paprika, Petersilie, Pfeffer, Knoblauch, Wermut, Erdnüsse
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Gräserpollen
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Ruchgras, Lieschgras, Knäuelgras, Ananas, Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Kräuter, gewürze,
Pfefferminze, rohe Kartoffel, Hülsenfrüchte, Tomaten, Melonen, Kiwi
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Getreidepollen
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Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Weizen, Weidelgras, Mehl
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Nüsse
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Roggenmehl, Cashew, Mandeln, Mohn, Pistazien, Sonnenblumensamen, Sesam, Kiwi
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Sellerie
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Birke, Beifuß, Karotte, Gewürze
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Hülsenfrüchte
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Erdnuß, Bohne, Linse, Sojabohne, Klee, Luzerne, Lupine, Lakritze, Johannisbrot, Gummi arabicum,
Tamarinde
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Fisch
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Hühnerei
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Hühnerei
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Ente, Gans, Huhn, Truthahn, Papagei, Seemöwe, Kanarienvogel, Taube, Wellensittich
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Kuhmilch
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Rinderhaar, Rind-/Kalbfleisch
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Schimmelpilz
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Penicillin
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Hausstaubmilbe
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Meeresfrüchte
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Latex
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Avocado, Banane, Feige, Kartoffel, Passionsfrucht, Sellerie, Kiwi, Kastanie, Tomate, Papaya,
Pfirsich, Buchweizenmehl, Beifuß, Traubenkraut, Lieschgras, Ficus benjamina
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