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Allergisches Asthma bronchiale
Die Luftwege in der Lunge (die Bronchien) sind ebenfalls mit Schleimhaut bekleidet, die auf Allergene
reagieren kann. Allerdings werden die meisten Allergene in Nase, Mund und Rachen abgefangen. Dennoch kommt es zu allergischen Reaktionen der Bronchien, sie verengen sich und produzieren vermehrt Flüssigkeit. Es
entsteht leichte bis mittelschwere Atemnot (Asthma). Bevor jedoch an allergisches Asthma gedacht werden sollte, müssen Krankheiten wie obstruktive Bronchitis, Infektionen der Luftwege, Herzfehler oder Fremdkörper
ausgeschlossen werden, die sich ebenfalls mit Atemnot äußern.
Während der allergischen Phase wandern vermehrt Mastzellen und Entzündungszellen in das Schleimhautgewebe ein, es
kommt in Kürze zu Entzündungsreaktionen der Schleimhaut, sie verdickt sich und verengt damit die Bronchien. Es kann zu schwerer Atemnot kommen, bis hin zum Atemstillstand. Die Entzündungsreaktion verdickt aber nicht
nur die Schleimhaut, sondern schädigt zudem die Schleimhautoberfläche. Diese ist bestückt mit Milliarden winzigster Härchen (Flimmerepithel), die unentwegt kleinste Fremdkörper (z.B. Allergene) und Flüssigkeit aus
der Lunge in den Rachen transportieren. Wird das Flimmerepithel geschädigt, kann es seine Funktion nicht mehr wahrnehmen, die Flüssigkeit der Schleimhaut verbleibt in der Lunge und erschwert das Atmen weiter. Die
Atmung beginnt zu rasseln.
Durch die massive Einwanderung von Entzündungszellen wird die Schleimhaut nachhaltig geschädigt, sie verändert sich
und verliert ihre normalen Funktionen (remodelling). Das Asthma wird chronisch und ist nicht mehr reversibel.
Allergisches Asthma bronchiale ist zumeist Folge verschleppter oder nicht effektiv behandelter Allergien der
Nasenschleimhaut (meist Heuschnupfen und Hausstauballergie). Es kommt zum sog. Etagenwechsel von der Nase in die Lunge. Asthma bronchiale mit Atemnot behindet das tägliche Leben dramatisch.
Daher gilt grundsätzlich die Empfehlung, auch den “normalen”, nur kurze Zeit dauernden Heuschnupfen effektiv zu
behandeln, um eine Verlagerung der Allergie und damit eine Chronifizierung zum Asthma zu verhindern.
Viele Allergiker durchleben die allergischen Wochen in dem Glauben, sie könnten die Zeit auch ohne
Behandlung durchstehen, trotz dauernden Beschwerden und ev. sogar leichten asthmatischen Anfällen mit Atemnotepisoden. Diese treten meisten abends oder nachts auf und sind Folge der entzündlichen Spätphasereaktion,
die erst Stunden nach einem Allergenkontakt auftritt.
Wer an allergischem Asthma mit Atemnot leidet, sollte sich vom Arzt in jedem Fall ein Spray verordnen lassen, dass
im akuten Falle die Atemnot lindert, indem es die verengten Bronchien wieder weitet. Es handelt sich hier um sog. kurzwirksame Beta-2-Mimetika. Sie wirken unmittelbar nach Anwendung (das Spray wir in den Rachen
gesprüht und eingeatmet) und können auch mit einem Kortison kombiniert werden, das dann gleichzeitig gegen die Entzündung wirkt. Gemäß den Schweregraden wird folgende medikamentöse Asthmabehandlung empfohlen, die
immer zum Ziel hat, die Atemnot zu beseitigen und die Entzündung zu kontrollieren:
Schweregrad I: sporadische Atemnot -> kurzwirkende Beta-2-Mimetika (Fenoterol)
Schweregrad II:
episodische Atemnot -> kurzwirkende Beta-2-Mimetika + inhalatives Kortison + ev. Cromoglicinsäure
Schweregrad III:
andauernde Atemnot -> langwirkende Beta-2-Mimetika + inhalatives Kortison + Antileukotriene + ev. Anticholinergika
Wer immer wieder asthmatische Anfälle hat, sollte sich in die Obhut eines erfahrenen Allergologen (am besten
Lungenfacharzt) begeben und das Asthma professionell behandeln und kontrollieren lassen. Eine geschädigte Lunge lässt sich nur schwer oder gar nicht mehr reparieren.
Der Patient kann viel selbst tun. Es gibt Kontrollgeräte - sog. Peak flow Meter - mit denen man leicht zuhause die
Atemfunktion selber messen kann. So ist gewährleistet, dass asthmatische Phasen schnell erkannt und medikamentös gut behandelt werden können. Man misst seinen Bestwert, wenn keine asthmatischen Probleme bestehen,
trägt diesen in ein Diagramm ein, und misst dann täglich einmal morgens und einmal abends. So hat man einen Kontrollverlauf der Lungenfunktion und kann bei geringsten Verschlechterungen bereits medikamentös
gegensteuern. Ein Peak flow Meter erhält man beim Pneumologen (Lungenfacharzt).
Sportliche Betätigung und Asthma schließen sich im Übrigen nicht aus. Es sollte jedoch - v.a. bei Kindern - daran
gedacht werden, dass der Sport angemessen und unter medizinischer Kontrolle ausgeübt wird.
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