Allergie-Ratgeber: Informationen zu Heuschnupfen, Pollenallergie und Nahrungsmittelallergie

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Wenn sich die Allergie auf die Augen ausweitet

  Die Riesenpapillen-Konjunktivitis betrifft hauptsächlich die Menschen, die über Jahre Kontaktlinsen tragen. Bei dieser Augenerkrankung handelt es sich um einer Sonderform der allergischen Konjunktivitis, einer chronischen Erkrankung. Die Konjunktivitis ist, was viele nicht wissen, eine Allergie, die aus einer Ausbreitung des Heuschnupfens auf die Augen resultiert. Heuschnupfen Mit Heuschnupfen kämpfen etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung. Sobald die Pollen durch die Luft reisen, leidet dieser Personenkreis unter Problemen der Atemwege und laufender Nase. Bei einer Reihe der Betroffenen kommt es auch zu tränenden und juckenden Augen. Im Ernstfall entsteht daraus eine allergische Bindehautentzündung. Wer es möglich machen kann, sollte deshalb den Pollen aus Weg gehen und frühzeitig mit Behandlung und der Einnahme von Medikamenten beginnen. Symptome der allergischen Konjunktivitis Bei einer allergischen Konjunktivitis kommt es zu Juckreiz und Rötung der Augen, Tränenträufeln, Lidschwellungen einhergehend mit Schmerzen. Die Symptome verstärken sich, wenn der Betroffene bereits unter einer chronischen Erkrankung leidet wie beispielsweise einer Neurodermitis. In solchen Fällen kann die Kante des Augenlids rissig, verdickt und gerötet sein. Im Extremfall besteht die Gefahr, dass Blutgefäße in die Hornhaut einwachsen, was sich problematisch auf die Sehkraft auswirkt. Die allergische Konjunktivitis tritt nicht immer mit dem allergischen Nasenkatharr auf, die ist nur bei etwa der Hälfte der Erkrankten der Fall. Allerdings sind die Betroffenen oft der Ansicht, dass sie neben der allergischen Konjunktivitis auch an Heuschnupfen leiden. Dies resultiert aus der vermehrten Produktion von Tränen, die in die Nase laufen. Auslöser Nicht nur eine Pollenallergie ist der Auslöser für eine allergische Konjunktivitis, sondern alle Allergien wie Milben und Hausstaub. Die Auslöser für diese Augenerkrankung sind Aeroallergene. Daneben sind Kontaktlinsen ebenfalls als Auslöser verdächtig. Hier sind die Auslöser Bestandteile von Bakterien, Konservierungsstoffe, die in den Pflegemittel enthalten sind und die Pflegemittel im Allgemeinen. Neigt der Betroffene allgemein zu Allergien, weil bereits eine derartige Erkrankung oder eine Neurodermitis vorhanden ist, sind diese Erkrankungen der Auslöser für eine allergische Konjunktivitis. Weitere Auslöser können Kontaktekzeme sein, die sich gerne mit der allergischen Konjunktivitis verbinden. Diagnose und Therapie Die Diagnose erfolgt in einer Augenklinik. Hier wird das Auge mit Spaltlampen-Mikroskop untersucht. Wurde eine allergische Konjunktivitis diagnostiziert, muss der Patient umgehend den Kontakt mit den Allergenen vermeiden, wenn dies möglich ist. Hilfreich sind Tränenersatzmittel, die Entzündungszellen und Allergene aus dem Auge spülen. Daneben lindern Augentropfen die Beschwerden. In der Regel nehmen die Betroffenen die Augentropfen über einen längeren Zeitraum, weshalb sie auf konservierungsmittelfreie Produkte zugreifen sollten.    

Luftbefeuchter – Auslöser für Allergien?

  Zimmerbrunnen und andere Luftbefeuchter sind in Haushalten sehr beliebt. Ärzte und auch das Allergiezentrum warnt vor der Benutzung von Luftbefeuchtern. Diese stehen in Verdacht, Auslöser für verschiedene Krankheiten und Allergien zu sein. Aktuell sind mehr als 100 Fälle bekannt, bei denen Luftbefeuchter beispielsweise Lungenentzündung, Fieberschübe, Husten und Atembeschwerden verursachten. Zimmerbrunnen Zimmerbrunnen sorgen nicht nur für feuchte Luft, sondern auch für ein behagliches Gefühl. Dabei sind diese Brunnen für die Gesundheit gefährlicher als man zunächst annimmt. Zwar werden Zimmerbrunnen mit destilliertem Wasser befüllt, doch steril ist das Wasser deswegen nicht. Im Gegenteil! Das Wasser in Zimmerbrunnen bietet Bakterien, Hefe- und auch Schimmelpilzen einen idealen Lebensraum. Personen, die auf Schimmelpilze allergisch reagieren, sind mit Zimmerbrunnen extrem gefährdet. Doch nicht nur Allergiker setzen ihre Gesundheit mit dem im Wasser des Brunnens lebenden Pilzen aufs Spiel. Auch Personen, die noch nie eine Allergie hatten, können auf Schimmelpilze ihre erste Allergie bekommen. Luftbefeuchter Luftbefeuchter schaffen im Raum eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese zieht auch in die Wände und der Decke des Raumes ein; hier bildet die Feuchtigkeit einen perfekten Lebensraum für Schimmelpilze. Die sichtbaren dunklen Flecken an Wand und Decke sind weniger gefährlich; gesundheitsschädlich sind die Sporen, welche die Schimmelpilze produzieren. Diese Sporen bewegen sich, für das menschliche Auge unsichtbar, durch die Luft und gelangen so in die Atemwege von Mensch und Haustier. Bakterielle Belastung Luftbefeuchter und Zimmerbrunnen werden meist in den Monaten eingesetzt, in denen die Wohnung geheizt wird. Besonders die Zentralheizung trocknet die Luft aus. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen wollten herausfinden, wie hoch die bakterielle Belastung in Luftbefeuchtern ist. Für ihren Test untersuchten sie acht verschiedene Luftbefeuchter und kamen zu einem erschreckenden Ergebnis. Zwei der Testgeräte reichern mehr als 100.000 Bakterien pro Stunde und in einem Kubikmeter Luft an. Der Medienbeauftragte des Bundeswehrverbandes und Lungenfacharzt Dr. Michael Barcok sieht diese Größenordnung der Bakterien als sehr hygienisch bedenklich an. Im Vergleich dazu: In der normalen Luft einer Stadt liegt die Bakterienbelastung bei etwa 100 Bakterien, gemessen in einem Kubikmeter Luft. Ultraschall-Luftbefeuchter Luftbefeuchter, bei denen das Wasser mit Ultraschnall vernebelt wird, haben zwar bedeutend weniger Bakterien, doch dafür lösen sie andere Erkrankungen aus. Eine Entzündung der Lungenbläschen, so Dr. Barcok, kommt aufgrund dieser Luftbefeuchter zustande. Diese Entzündung hat im medizinischen Bereich die Bezeichnung „exogen allergische Alveolitis (EAA). Atemnot und Fieber sind die Symptome, welche bei einer akuten Alveolitis auftreten. Diese kann sich bei einer Schadstoffeinwirkung über einen längen Zeitraum zu einer Allergie entwickeln, dem sogenannten Befeuchterfieber.    

Auch kleine Kinder reagieren allergisch

Allergien gehören schon zu den Volkskrankheiten, was zu Beginn des 20. Jahrhunderts undenkbar war. Allergien sind aktuell auf dem Vormarsch und machen auch vor Säuglingen und Kleinkindern nicht Halt. Die Zahl der an Allergien erkrankten Kinder erhöht sich, etwa 15 Prozent der Kinder leiden bei der Einschulung an Neurodermitis, fast 30 Prozent unter einer Pollenallergie. Jede Allergie wirkt sich bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen aus mit dem Unterschied, dass sich bei fehlender ärztlicher Behandlung oder mangelnder medizinischer Betreuung des Kindes im Erwachsenenalter aus der Allergie auch allergisches Asthma entwickeln kann.

Allergie als Volkskrankheit

Allergie Aufgrund der Häufigkeit kann man Allergien durchaus zu den Volkskrankheiten zählen. Allerdings reagiert jeder Mensch anders, was bedeutet, für die Allergie sind verschiedene Dinge ursächlich. Die einen reagieren auf bestimmte Inhaltsstoffe von Medikamenten, andere auf Insektenstiche, Schimmel oder Nahrungsmittel. Es gibt viele Substanzen, die eine Allergie auslösen können. Gemeinsam haben alle Menschen, die unter einer Allergie leiden: Ihr Immunsystem reagiert auf diese Substanzen ungewöhnlich stark. Definition Unter einer Allergie versteht man eine außergewöhnlich starke Reaktion unseres Immunsystems auf bestimmte Substanzen aus der Umwelt, die in der Regel als harmlose Elemente eingestuft werden. Die Reaktion des Immunsystems entspricht der, wie es auch auf Krankheitserreger reagieren würde. Der Unterschied liegt in der starken Reaktion, die bei Allergien deutlich erhöht ist. Auslöser Es gibt keinen bestimmten Auslöser für Allergien. Tiere, Pflanzen, Metalle, chemische Elemente können Allergien auslösen. In der Regel sind beim ersten Kontakt keine allergischen Symptome erkennbar. Diese entstehen erst, wenn sich der Kontakt mit dem Allergen wiederholt. Interessant ist, dass Allergene auch gleichzeitig Antigene sind. Antigene sind für den Körper fremde Stoffe, auf die das Immunsystem mit seiner Reaktion antwortet. Symptome Jeder Mensch ist anders und deshalb sind auch die Symptome von Allergien, auch wenn sie dasselbe Allergen haben, unterschiedlich. Welche Symptome und wann diese auftreten können, hängt von Allergietyp ab. Dieser wird in Typ I, II, III und IV unterteilt. Entweder treten die Symptome sofort oder erst nach mehreren Stunden oder Tagen auf. In der zeigen sich die Symptome an den Schleimhäuten der Atemwege, der Augen, des Magen-Darm-Trakts oder an der Haut. Auch ist es möglich, dass im gesamten Körper eine allergische Reaktion auftritt, wobei das Herz-Kreislauf-System besonders betroffen ist. Eine solche allergische Reaktion kann den Blutdruck abfallen lassen, die Herzfrequenz steigern und im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock auslösen, der meist zum Tod führt. Vorbeugen Einer Allergie kann keiner vollständig vorbeugen, da in der Regel jeder Mensch zum Allergiker werden kann. Allerdings kann man das Risiko vermindern. Einige Maßnahmen sind eine ausgewogene Ernährung von Schwangeren und Stillenden, eine Stillzeit von mindestens vier Monaten und beim Kind Übergewicht vermeiden. Damit kann man beim Kind das Risiko für eine später auftretende Allergie senken. Bei den Menschen, die kein erhöhtes Allergierisiko haben, beeinflussen Haustiere eine Allergie üblicherweise nicht. Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist das regelmäßige Lüften der Wohnung, damit Schimmelpilze keinen Lebensraum finden. Eigentlich gehört Hygiene zu den üblichen Dingen des Alltags; bei einigen Berufen, wie Krankenschwester, Arzt usw. ist jedoch eine weitergehende Hygiene notwendig.  

Arzneimittelallergie

Die Allergien beschränken sich nicht nur auf Hausstaub, Tiere, Umwelteinflüsse und Lebensmittel, sondern kommen ebenso häufig bei Arzneimittel vor. Die häufigsten Auslöser einer Allergie sind Schmerzmittel und Antibiotika. Nicht umsonst ist in jeder Arzneimittel-Packung ein Beipackzettel enthalten, auf dem die am meisten vorkommenden Unverträglichkeiten, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen aufgelistet sind. Es muss nur ein Wirkstoff im Präparat vorhanden sein, auf das die Person allergisch reagiert und schon reagiert das Immunsystem. Wir sprechen nicht von Wechselwirkungen, die durch die Einnahme verschiedener Arzneimittel zustande kommen können, sondern von einer Überempfindlichkeit des Patienten auf einen Wirkstoff. Arzneimittel-Intoleranz Die Intoleranz auf Arzneimittel wird auch als Pseudoallergie bezeichnet. Hier reagiert der Körper auf Medikamente, wobei die Dosis nicht relevant ist. Bei einer Arzneimittel-Intoleranz kommt es zu einer direkten Freisetzung von Histamin und anderen Botenstoffen; allerdings nur bei Menschen, die eine entsprechende Veranlagung haben. Die körperliche Reaktion zeigt ähnliche Symptome wie eine Allergie wie beim Soforttyp. Im Gegensatz zur Allergie ist eine Beteiligung der IgE-Antikörper nicht vorhanden und es liegt auch keine echte Allergie vor. Auslöser einer Arzneimittelallergie Alle in Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe und damit alle Arzneimittel können bei Menschen eine Allergie oder eine Pseudoallergie auslösen. Einige Medikamente sind dafür besonders prädestiniert. Schmerzmittel, einige Medikamente gegen Krebs und Antibiotika sind die typischen Beispiele und häufigsten Auslöser von Allergien. Symptome Bei einer Arzneimittelallergie treten die Symptome an der Haut am häufigsten auf. Oft bleibt die körperliche Reaktion nicht auf die Haut beschränkt, sondern breitet sich im gesamten Organismus aus. Bei einer sofortigen Reaktion treten die Symptome hauptsächlich in den Schleimhäuten der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts sowie auf der Haut auf. Auch kann das Herz-Kreislauf-System betroffen sein. Schwere Verläufe führen oft zu Atemnot, Problemen des Kreislaufs und im Extremfall zu einem anaphylaktischen Schock. Bei einem anaphylaktischen Schock kann es zu einem Atemstillstand kommen, aber auch zu einem Versagen von Herz und Kreislauf, was schnell tödlich enden kann. Auch bei späteren Reaktionen zeigen sich die Symptome wie bei der Sofortreaktion, allerdings treten die Anzeichen verspätet, Stunden oder Tage später, auf. Kreuzreaktionen Der Begriff Kreuzreaktion ist kaum bekannt. Bei einer Kreuzreaktion löst nicht nur ein bestimmter Wirkstoff allergische Reaktionen aus, sondern auch Wirkstoffe, die mit dem bestimmten Wirkstoff entweder strukturell verwandt sind, ähnliche Zusammensetzungen und Eigenschaften aufweisen. Das menschliche Immunsystem kann nicht nur auf einen Wirkstoff reagieren, sondern auch auf verschiedene Gruppe von Wirkstoffen, die eine Ähnlichkeit in ihrem strukturellen Aufbau mit dem bestimmten Wirkstoff aufweisen. Ein Beispiel hierfür ist Penicilline mit allen anderen Präparaten, die ähnlich strukturiert sind.  

Schimmel ist Auslöser für viele Erkrankungen sowie allergischen Reaktionen

Schimmelpilze kommen in der Natur vor, haben aber auch ihren Lebensraum in Wohnungen. Dort leben sie hauptsächlich in Feuchträumen wie Bad, Küche und Keller. Zum Leben braucht Schimmel Feuchtigkeit und Zellulose. Beides finden Schimmelpilze an Wänden, Tapeten, aber auch bei Lebensmitteln. Der sichtbare Schimmel an der Wand ist nicht halb so gefährlich wie seine Sporen. Diese sind für das menschliche Auge nicht sichtbar und gelangen durch die Atemluft in den Körper.

Allergien entstehen, wenn sich der menschliche Körper gegen Stoffe zur Wehr setzt

Das Immunsystem kann auf Gräser, Pollen, Lebensmittel, Kosmetika, Duftstoffe, Tierhaare und Medikamente reagieren. Meist klagen Betroffene über brennende Augen, laufender oder verstopfter Nase oder Juckreiz. Die allergischen Reaktionen beginnen beim Immunsystem, das beim Kontakt mit ungefährlichen Stoffen überreagiert. Dies ist der Fall, wenn das Immunsystem diese Stoffe als Feinde betrachtet und sie bekämpft, indem es Antikörper produziert. Beim nächsten Kontakt mit diesem Stoff ist das Immunsystem bereit, den Feind zu identifizieren. Es löst eine allergische Reaktion aus, indem es die körpereigenen Abwehrzellen zur Freisetzung von aggressiven Entzündungsstoffen mobilisiert. Botenstoffe wie Histamin erweitern die Blutgefäße und zeigen durch Schwellung und Juckreiz an: Im Körper ist ein Feind. Die allergische Reaktion kann sich auf die Nase oder die Haut beschränken, aber auch das Kreislaufsystem und die Atmungsorgane in Mitleidenschaft ziehen. Die Reaktionen können sofort oder erst nach Stunden oder Tage auftreten.

Hausstauballergie ist eine der häufigsten Allergien

Neben der Pollenallergie ist die Hausstauballergie die häufigste im Bereich der Allergien. In Deutschland leidet nach Schätzungen zwischen sechs und zwölf Prozent der Bevölkerung unter der Hausstauballergie, der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. geht von zehn Prozent aus.

Allergien bedeuten für Betroffene Einschränkungen in ihrer Lebensweise

Erschwerend trifft dies auf Menschen zu, die unter einer Kreuzallergie leiden. Was eine Kreuzallergie ist und was sie auslöst, darüber wissen nur wenige Menschen Bescheid.  Von einer Kreuzallergie sprechen Mediziner, wenn der Patient nicht nur auf eine bestimmte Sache allergisch reagiert, sondern auf mehreren. Damit lösen verschiedene Allergene, die nicht identisch, aber ähnlich sind, allergische Reaktionen aus. Das Immunsystem reagiert beispielsweise auf Gräser und Bäume sowie auf Gewürze, Obstsorten, Nüsse oder andere Dinge, deren Allergene ähnlich sind. Am häufigsten kommt die Kreuzallergie vor, wenn das Immunsystem neben Pollen auch auf Gewürze und Gemüse- oder Obstsorten reagiert. Mediziner bezeichnen diese Art der Kreuzallergie auch als „pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie“. Reagiert der Betroffene auf die Pollen von Erle, Hasel oder Birke allergisch, ist dies meist auch bei Steinobst, Karotten, Sellerie und Kernobst der Fall. Diese Allergene sind sich ähnlich und Auslöser eine Kreuzallergie. Kreuzallergie Allerdings beschränkt sich die Kreuzallergie nicht auf Pollen und andere pflanzliche Stoffe. Reagieren die Betroffene auf Hausstaubmilben, können allergische Reaktionen auch mit Muscheln, Schnecken, andere Arten von Milben und Krustentiere erfolgen. Eine andere Art der Kreuzallergie ist die, wenn Betroffene auf Medikamente allergisch reagieren. Reagieren sie allergisch auf Penicillin, ist eine ebensolche Reaktion auch bei anderen Antibiotika vorhanden. Auch eine Latexallergie kann sich auf gestimmte Pflanzen oder Lebensmittel ausweiten. Oft sind die Zusammenhänge nur schwer zu durchschauen, wenn beispielsweise Patienten auf Hühnereier ebenso allergisch reagieren wie auf verschiedene Fische. Bedingt ist diese Verbindung durch die Fütterung der Hühner mit Fischmehl. Es gibt noch viel mehr Verbindungen, bei denen sich die Allergene einander ähnlich sind und eine Kreuzallergie auslösen. Schwellung der Mundschleimhaut Mehrheitlich treten als allergische Reaktionen Schwellung der Mundschleimhaut, Juckreiz, Schnupfen, Hautveränderungen wie Rötungen sowie Asthma und Bindehautentzündungen auf. Die Therapie der Kreuzallergie ist ähnlich der Therapie, die der Arzt bei einer einfachen Allergie anwendet. Unterscheiden muss man allerdings zwischen einer kurzfristigen Linderung der Symptome und einer Langzeitbehandlung. Antiallergika kommen bei einer kurzfristigen Linderung der Symptome zum Einsatz. Bei der Behandlung mit Antiallergika ist es möglich, den Auslöser zu entfernen. Schockprophylaxe Ist die Kreuzallergie stark, kommt eine Schockprophylaxe infrage. Damit vermeidet man einen anaphylaktischen Schock, der zum Tod führen kann. Auch Hypnose ist eine Behandlungsmethode bei einer Kreuzallergie. Die sicherte Methode ist allerdings, die Dinge, welche die entsprechenden Allergene beinhalten, zu meiden. Zieht sich die Behandlung über einen langen Zeitraum hin, kann der Patient eine Allergie-Immuntherapie in Erwägung ziehen.

Allergie-Tabletten

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Fragen zur Allergie

Haben Sie Fragen zum Thema Allergien und Heuschnupfen ??? Einen HNO-Expertenrat finden Sie unter folgender Adresse: http://www.hno-forum.de/forum Lassen Sie sich auch in Ihrer Apotheke beraten. Dort wird man Ihnen ebenfalls gerne weitere Fragen beantworten. Die am häufigsten gestellte und diskutierte Frage ist, wie kommt es zu Allergien und warum nehmen sie so rasch zu ? Eine hypothetische, aber recht plausible Antwort ist die zunehmende Hygiene unseres westlichen Lebensstils, verbunden mit der Desinfektion und Konservierung unserer Lebens- und Nahrungsmittel. Unser Immunsystem kommt nur noch selten mit Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Parasiten) in Kontakt, “es hat nichts mehr zu tun !” In den USA kann man heute kaum noch Nahrungsmittel finden, die nicht konserviert oder irgendwie bio -chemisch behandelt sind, damit sie länger halten und schöner aussehen. Die Gentechnik wird dieses Problem vielleicht weiter verschärfen. Man muß sich die Frage stellen, wie schön ein Apfel aussehen muß (zumeist auf Kosten des Geschmacks) oder wie lange Frischmilch haltbar sein sollte (müssen es wirklich Wochen sein ?).

Hilfreiche Adressen

Allergie- und Umweltkrankes Kind e.V., Westerholter Str. 142, 45892 Gelsenkirchen, AUKGE@aol.com Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind – Hilfen für Kinder mit Asthma, Ekzem oder Heuschnupfen e.V., aak_ev@t-online.de Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V., Jürgen Pfeifer, Oberstr. 171, 56135 Boppard, Bvneuro@aol.com Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Thomas Chrysant, Gotenstr. 164, 53175 Bonn, Fax: 0228/3679190 Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V., Karin Grünzel, Hindenburgstr. 110, 41061 Mönchengladbach, daab@vva.com Deutscher Neurodermitiker Bund e.V., Thomas Schwennesen, Spaldingstr. 210, 20097 Hamburg, Fax: 040/231008 Hilfsorganisation Allergie- und Asthmahilfe e.V., Bonusstr. 32, 21079 Hamburg, Tel. 040/76429178 Deutsche Hochgebirgsklinik Davos-Wolfgang – Allergieklinik – Zentrum für Kinder und Jugendliche Tel.: 0041 (0)81 417 35 91. Fax: 0041 (0)81 417 35 36 Informationen zum Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden: Zentrum für Rhinologie und Allergologie, An den Quellen 10, 65183 Wiesbaden, Tel: 06 11 – 88 04 799 (Website) Fachärzte für Allergologie finden Sie u.a. hier: http://www.hno-forum.de/aerzte

Glossar – Allergie in Stichworten

Antigen Substanz oder Fremdkörper, der die Bildung von Antikörpern bewirkt und zur Immunantwort führt (s. Allergen) Allergen Bezeichnung für ein Antigen, das eine allergische Reaktion und die Bildung von IgE auslöst. Dabei handelt es sich meistens um Proteine in Pflanzenpollen, Tierhaaren, –schuppen oder –exkrementen und Nahrungsmitteln. Sensibilisierung Durch Kontakt mit einem Allergen induzierte primäre und bei erneutem Kontakt verstärkte sekundäre Immunantwort bzw. Überempfindlichkeit des Körpers auf ein Antigen. Immunglobulin Glykoproteine, die nach Kontakt des Organismus mit einem Allergen von B-Lymphozyten und Plasmazellen gebildet werden, und in Gewebsflüssigkeiten für die humorale Immunität verantwortlich sind. IgE Immunglobulin der Klasse E. IgE-Antikörper kommen auf der Membranoberfläche von Mastzellen und Granulozyten vor und führen nach Bindung entsprechender Antigene (Allergene) zur Freisetzung von Mediatoren und damit zur allergischen Sofortreaktion vom Typ I.         Antigenpräsentierende Zelle Zellen der Immunantwort, v.a. Makrophagen und Killerzellen, die Antigene auf ihrer Zelloberfläche aufnehmen (präsentieren). T-Zelle T-Lymphozyten sind Teil der zellvermittelten Immunantwort. Sie werden durch Antigene bzw. Antigenpräsentierende Zellen aktiviert und haben die Fähigkeit, Selbst und Fremd zu unterscheiden. T-Helfer-Zellen T-Helferzellen oder T4-Lymphozyten sind Subtypen von T-Lymphozyten. Sie werden von Antigenen und antigenpräsentierenden Zellen aktiviert und bilden Immunglobuline (Antikörper). Außerdem fördern sie die Reifung und Vermehrung von B-Zellen und Plasmazellen. V.a. die T-Helferzellen Typ2 bilden IgE und führen zur Migration von eosinophilen Granulozyten. Interleukine Von antigenpräsentierenden Zellen und Lymphozyten gebildete Signalsubstanzen für die Immunreaktion. Sie stimulieren bzw. produzieren u.a. T-Helferzellen, B-Zellen und Mastzellen. B-Zelle B-Lymphozyten tragen spezifische Antigenrezeptoren und können sich bei Kontakt mit einem spez. Antigen zu antikörperbildenden Plasmazellen oder Gedächtniszellen entwickeln. Mastzelle Mastzellen kommen im serösen Gewebe von Schleimhäuten vor. Sie können Antikörper auf ihrer Zellmembran binden und bei Kontakt mit Antigenen degranulieren, d.h., im Zellinnern gebildete Granula ausschütten. Die Granulasubstanzen sind v.a. Histamin, Serotonin, Prostaglandin, Leukotrien, Kinin, Lymphokin. Sie führen zu den allergischen Symptomen an den Schleimhäuten. Degranulation Ausschüttung von Mediatoren aus Mastzellen und Granulozyten nach Antigenkontakt. Eosinophiler Granulozyten Granulozyten gehören zu den Blutleukozyten. Sie haben die Fähigkeit, an Blutgefässwänden zu haften und bei chemotaktischen Signalen ins Gewebe zu migrieren. Eosinophile Granulozyten sind für die allergische Sofort- und v.a Spätreaktion bedeutsam. Nach Migration ins Schleimhautgewebe und Kontakt mit Antigenen können sie degranulieren und Entzündungsreaktionen auslösen, sowie den allergischen Teufelskreis initiieren, indem ihre Mediatoren (v.a. das Major Basic Protein) die Mastzelldegranulation unterhalten, obwohl keine Antigene mehr vorhanden sein müssen (Spätphasereaktion). Dies führt häufig zur Chronifizierung von allergischen Prozessen (Asthma) und am Auge zu ulzerativen Prozessen der Hornhaut. Mediatoren Sind Neurotransmitter, biogene Amine und Gewebshormone, die allergische, anaphylaktische und chemotaktische Wirkungen auslösen. Histamin Histamin ist ein biogenes Amin, das aus Mastzellen ausgeschüttet wird und die allergischen Symptome Jucken, Chemosis, Rötung hauptsächlich verursacht. Dies geschieht über Bindung an Histamin-H1-Rezeptoren der Blutgefässe. Leukotriene Leukotriene werden im Arachidonsäurestoffwechsel nach Mastzelldegranulation gebildet und führen zur Anlockung und Vermehrung von Mastzellen und zur Chemotaxis von eosinophilen Granulozyten. Prostaglandine Prostaglandine sind Produkte des Arachidonsäurestoffwechsels. Im allergischen Prozess entstehen sie nach Mastzelldegranulation und führen zu Rötung und Schwellung der Bindehaut. Major Basic Protein Nach Degranulation eosinophiler Granulozyten freigesetztes toxisches Protein, das zur Verstärkung der Mastzelldegranulation führt und damit den allergische Teufelskreis in Gang setzt und unterhält. Eosinophil-chemotaktischer Faktor Gewebshormon, das aus Mastzellen freigesetzt wird und eosinophile Granulozyten anlockt. H1-Rezeptor Histamin-Rezeptor an Blutgefässen, der die Histaminwirkungen (v.a. das Jucken) vermittelt und von selektiven Antihistaminika (H1-Blockern) therapeutisch blockiert werden kann. Sofortreaktion Unter der allergischen Sofortreaktion versteht man die akut auftretende Symptomatik nach Antigenkontakt, die durch die Mastzelldegranulation ausgelöst wird. Sie endet mit Verschwinden oder Vermeiden des jeweiligen Antigens. Spätphasereaktion Die allergische Spätphasereaktion tritt etwa 6-8 Stunden nach Antigenkontakt auf. Sie führt ebenfalls zu den typischen allergischen Symptomen, allerdings ohne das Vorhandensein von Antigenen. Sie wird durch die Degranulation von eosinophilen Granulozyten ausgelöst. Diese führt zur Freisetzung von Mediatoren (Major Basic Protein), die wiederum die Mastzellen zur Degranulation bringen. So entsteht ein Teufelskreis, der die Allergie unterhält und zu entzündlichen Schäden führen kann. Die Spätphasereaktion erklärt, warum Patienten v.a. abends allergische Beschwerden haben, obwohl kaum Antigene vorhanden sind, der Antigenkontakt aber tagsüber aufgetreten ist.

Heuschnupfen-Tipps

Verhaltenstipps können nützlich sein, auch wenn sie meistens mit einer Verhaltensänderung einhergehen, und dies, wie man weiß, schwierig ist. Dennoch möchte ich sie Ihnen nicht vorenthalten. Ich habe die besten Erfahrungen mit dem allabendlichen Haarewaschen und dem Geschlossenhalten der Fenster während der Heuschnupfenzeit gemacht. waschen Sie sich vor dem zu Bett gehen die Haare schließen Sie während des Pollenfluges die Fenster, oder noch besser: installieren Sie Pollenschutzgitter vor den Fenstern wechseln Sie möglichst oft die Bettwäsche geben Sie im Freien getragene Kleidung gleich in die Wäsche nehmen Sie diese Kleidung nicht mit ins Schlafzimmer wischen Sie Küche und Tische häufig mit einem feuchten Tuch ab bitten Sie jemanden, möglichst häufig Staub zu saugen vermeiden Sie Sport im Freien (Asthmagefahr !) mähen Sie nicht selbst den Rasen tragen Sie immer eine Sonnenbrille fahren Sie während der Heuschnupfen-Hochsaison in den Urlaub stressen Sie sich nicht, Stress kann die Symptome verschärfen lassen Sie sich nicht von Nicht-Allergikern zu Dingen zwingen / überreden, die Ihnen nicht gut tun Unser Immunsystem besser trainieren Es fehlt die natürliche Impfung durch Schmutz – lasst die Kinder Erde essen. Unsere Nahrungsmittel sind degeneriert – wir brauchen mehr Zufuhr von immunstärkenden Lebensmitteln. Gegen die dramatische Ausbreitung der Allergien muss gezielt vorgegangen werden „Der Ruf nach dem Gesetzgeber ist nicht genug. Das menschliche Immunsystem muss gezielt für die Anforderungen unseres modernen Lebensstils fit gemacht werden. Wir müssen es machen wie die ägyptischen Heiler des Altertums, die ihren Herrschern im extremen Nilklima konsequent das immunstärkende Mittel Habba el Baraka (segensreicher Samen) verabreicht haben, um sie bei ihrem aufwendigen Lebensstil vor Allergien zu schützen. Wenn wir nicht ähnliche Maßnahmen treffen, wird bald jeder zweite Deutsche ein Allergiker sein.“ Dies teilte der Arbeitskreis Immunologie in Berlin mit. Er reagierte damit auf ein Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen, der mangelnde Deklarationen bei Inhaltsstoffen von Lebensmitteln kritisiert hatte. „Allergieauslösende Substanzen sind in einer derartigen Fülle in unserer Umwelt vorhanden, dass es in der Praxis unmöglich wäre, sie immer und überall anzugeben“, heißt es in der Mitteilung des AI. Allein für eine Semmel oder ein Brötchen bräuchte man einen Beipackzettel von einer halben DIN-A-4-Seite, um alle enthaltenen Substanzen aufzulisten. Es kann außerdem im Prinzip jeder Stoff in der Nahrung, in der Luft oder im Wasser für eine Allergie der Auslöser sein. Das Beispiel der Kinder in den neuen Bundesländern zeige das Problem überdeutlich: Innerhalb von zehn Jahren seien die Zahlen für allergisches Kinderasthma auf Westniveau gestiegen, während sie vor der Wende um bis zu 50 Prozent niedriger gewesen seien. Die Ursache für den dramatischen Anstieg der Erkrankungen sieht der AI in der Veränderung der gesamten Lebensweise. „Die Kinder in Leipzig ernähren sich heute genau so und wachsen genau so auf wie die in Dortmund und entsprechend haben sich die Asthmaerkrankungen entwickelt“, erklärt der Arbeitskreis. Prof. Dr. Dr. Holger Kiesewetter von der Berliner Charité sagte: „Es ist unmöglich, den alten Lebensstil der ehemaligen DDR wieder herzustellen. Also muss das Immunsystem der Kinder für die neuen Anforderungen fit gemacht werden. So, wie wir für Bewegungsarmut das Joggen erfunden haben, müssen wir auch für das Immunsystem ein Fitnessprogramm anwenden.“ Dazu gehört die Zubereitung der Ernährung mit frischen Kräutern, naturbelassenem Olivenöl, eine Nahrungsergänzung durch hochwertiges Schwarzkümmelöl, viel frisches Obst und Gemüse, zusätzliches Vitamin C (Ascorbinsäure), wenig Zucker, viel Tee und Wasser, sowie die Vermeidung übertriebener Hygiene im Kleinkindalter. Die Kinder sollten nicht wie junge Models herausgeputzt werden, sondern öfter im Dreck spielen und dadurch sogar Erde essen, außerdem von Anfang an mit möglichst vielen Gleichaltrigen zusammen aufwachsen. Kinderkrankheiten seien das beste Training für die Körperabwehr.

Nicht-Allergien

Allergieähnliche Beschwerden treten v.a. in der Nasenschleimhaut auf und verursachen Schnupfen und Nasenatmungsprobleme. Von der Rhinitis im weitesten Sinne sind ca. 14% der Bevölkerung betroffen. Sie ist damit eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Die Ursachen der Rhinitis zu ergründen, ist eine Aufgabe, die selbst viele Fachärzte überfordert, da sie so komplex und vielfältig sein können, und die Symptomatik fast immer ähnlich ist. Von chronischen Rhinopathien spricht man, wenn die Nasenproblematik auf andere Ursachen zurückzuführen sind, die nicht direkt und ausschliesslich in der Nasenschleimhaut liegen. Hierzu zählen anatomische Besonderheiten im Nasen- und Nebenhöhlenraum, Drüsenerkrankungen, hormonelle oder neuroge (nervliche) Ursachen, Neoplasien (Wucherungen), systemische Erkrankungen oder auch Arzneimittel-Nebenwirkungen. Nasenpolypen (Polyposis nasi) können vergleichbare Beschwerden machen. Es handelt sich um Schleimhautwucherungen innerhalb der Nase, die auf allergischen Reaktionen beruhen können, jedoch auch durch Autoimmunerkrankungen, Eosinophil-bedingte Entzündungsprozesse, Bakterienantigene oder oftmals aufgrund von ASS-Intoleranz (Aspirin) verursacht werden. Darüber hinaus verursachen Toxine (Giftstoffe), Bakterien, Viren, Pilze und Superantigene Schleimhautentzündungen, die mit allergischen Reaktionen verwechselt werden können und einer genauen fachkundigen Diagnose bedürfen. Nicht selten berichten Patienten von heftigen allergie-ähnlichen Beschwerden, wenn sie z.B. Alkohol trinken oder bestimmte Tätigkeiten ausüben. Allergietestungen und Verdacht auf Nahrungsmittelsmittelunverträglichkeit sind nicht immer zielführend, und oft bleiben diese Patienten ohne Hilfe. Hier kann nur die intensive und fachkundige Suche nach den wirklichen Ursachen zur richtigen Behandlung und so zur Besserung führen.

Pseudoallergien

Von Pseudoallergien spricht man, wenn allergie-ähnliche Beschwerden auftreten, ohne dass es sich um eine Allergie handelt. Die Symptome werden nicht von Allergenen ausgelöst und bewirken keine immunologische Reaktion. Sie werden durch Histamin direkt verursacht. Viele Nahrungsmittel enthalten Histamin, das bei vorhandener oder erworbener Intoleranz direkt zu Schleimhautschwellungen, Hautreizungen und Jucken, Nasenlaufen und Atembeschwerden führen kann. Auch Verdauungs- und Oberbauchbeschwerden werden auf Histamin zurückgeführt. Dabei ist die Reaktion meistens dosisabhängig. D.h., geringe Mengen können problemlos aufgenommen werden, aber ab einem bestimmten Schwellenwert tritt die Reaktion dann massiv auf. Die Differenzierung von einer echten Allergie ist sehr schwierig. Wenn jedoch Allergietests ohne Befund sind, muss mit einer Histamin-Intoleranz (Pseudoallergie) gerechnet werden. Dann empfiehlt es sich, den Nahrungsplan genauestens zu analysieren um herauszufinden, welches Nahrungsmittel die Beschwerden verursacht. Einzelne Nahrungsmittel müssen dann über einen mehrwöchigen Zeitraum gemieden werden. Nur so kann detektivisch ermittelt werden, von welcher Substanz die Beschwerden verursacht werden. Folgende Nahrungsmittel enthalten viel Histamin oder können die Freisetzung im Körper verstärken: Rotwein Konservierte Nahrungsmittel Geräuchertes Fleisch Schinken und Salami Meeresfrüchte Reife Käsesorten (v. Gouda und Gorgonzola) Sauerkraut, Tomaten, Auberginen, Spinat, Avokados Zitrusfrüchte, Bananen, Kiwi, Erdbeeren, Himbeeren, Birnen Bohnen und Hüsenfrüchte Erdnüsse und andere Nüsse Sojaprodukte Hefeweizen Weizenprodukte Obst- und Gemüsesäfte Schwarzer Tee Schokolade, Kakao, Marzipan Hefe Salze und scharfe Gewürze verstärken ebenfalls die Freisetzung und Wirkung von Histamin. Neben dem Meiden der aufgelisteten Nahrungsmittel, ist zusätzlich empfehlenswert, die Ernährung auf Lebensmittel umzustellen, die wenig oder kein Histamin enthalten. Hierzu gehören v.a. alle frischen Lebensmittel: Frisches Gemüse wie z.B.: Paprika, Bokkoli, Karotten, Radieschen, Rettich, Zwiebeln, Gurken, Spargel, Mais Frisches Obst wie z.B.: Kirschen, Äpfel, Aprikosen Frische Salate Nudeln, Reis, Haferflocken Frisches Fleisch und frischer Fisch Frisches Roggenbrot Frische Milch und Milchprodukte Kräuter- und Grüner Tee Weißwein Verursacher von Pseudoallergien können auch Zusatzstoffe in Lebensmitteln sein. Hierzu zählen v.a. Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromastoffe und Geschmacksverstärker. Viele sind mittlerweile in den Angaben auf den Nahrungsmitteln deklariert, jedoch verstecken befinden sie sich auch in unverpackten Lebensmitteln wie Brot, Kuchen, Wurst, Fleisch, Alkoholika, Schokolade und Süßspeisen oder Kartoffelprodukten. Nur das konsequente Weglassen der auslösenden Nahrungsmittel kann zur Beschwerdefreiheit führen. Antihistaminika können bei akuten Symptomen Linderung verschaffen.

Hautallergien

Kontaktallergien Kontaktallergien werden nicht durch Allergene ausgelöst. Die allergische (Haut-) Reaktion entsteht durch direkten (Haut-) Kontakt mit z.B. einem Konservierungsmittel, einem Metall oder Kosmetik (oder vielen anderen möglichen Stoffen). Die allergische Reaktion kann sehr massiv sein und große Hautflächen betreffen. Die Hautpartien werden sehr rot und schwellen leicht an. Bei einer solchen Kontaktallergie ist in jedem Fall ein Arzt, am besten ein Allergologe (Hautarzt) aufzusuchen. Außerdem ist es zwingend erforderlich, den allergieauslösenden Stoff ausfindig zu machen und strikt zu meiden – ein Leben lang. Die Therapie erfolgt zumeist mit Kortisonsalben.   Neurodermitis Die Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, die nicht immer allergisch bedingt sein muss. Kinder sind häufiger betroffen, als Erwachsene, die Erkrankung verzeichnet eine starke Zunahme in Industrieländern. Neurodermitis äußert sich durch Ekzeme, flächige Entzündungen der Haut, die in der akuten Phase trocken, verhornt und eingerissen ist. Sie juckt sehr stark und wird durch Kratzen zerstört. Kratzen und Juckreiz nehmen tagsüber jegliche Konzentration und nachts den Schlaf. Nässt die Haut zusätzlich, sind meist Bakterien im Spiel, die durch das Kratzen in die Haut eingebracht werden und zu Infektionen führen. Bei Säuglingen sind v.a. die Kopfhaut und das Gesicht betroffen, im Kindesalter sind es dann die Beugen der Arme und Beine, der Nacken, Rücken und manchmal der Bauch. Patienten sollten unbedingt herausfinden, welche Auslöser für eine akute Phase verantwortlich sind, und diese Auslöser dann meiden. In Frage kommen eine Reihe solcher Auslöser, wie Kälte, Schwitzen, synthetische Kleidung, zu langes Baden und Duschen, rauhe Stoffe, wie Wolle, Nähte und Reisverschlüsse auf der Haut, Chemikalien, Seife, Öle, einige Nahrungsmittel, Allergen, Bakterien, Pilze, Viren und v.a emotionaler Stress. Behandelt wird die Neurodermitis in erster Linie mit Kortison-Cremes oder -Salben. Bei trockener Haut mit rückfettenden wasserarmen Cremes oder Fettsalben, bei nässender Haut mit wasserreicher Milch oder fettarmen Cremes. Nässende Haut ist häufig ein Zeichen einer zusätzlichen Infektion mit Staphylokokken, die dann mit Antibiotikasalben oder antiseptisch wirkenden Lösungen behandelt werden muss. Alternativ zu Kortison und Antibiotika können heilpflanzliche, antientzündliche Medikamente versucht werden. Diese sind jedoch oft nicht stark genug in ihrer Wirksamkeit. In keinem Fall sollte die Neurodermitis im selbstmedizinischen Heilversuch behandelt werden, die Behandlung durch einen kompetenten Arzt ist zwingend. Neue Präparate enthalten Immunsuppressiva, die lokal aufgetragen werden, sehr wirksam und gut verträglich sind. Eine gute Adresse für Betroffene für weitere Informationen: www.jucknix.de   Urtikaria (Nesselsucht) Die Nesselsucht erscheint durch Quaddeln auf der Haut und ist eine allergische IgE-vermittelte Immunreaktion auf verschiedene Auslöser (Allergene). Die Quaddeln (wie nach einem Kontakt mit Brennesseln) entstehen durch Wasseraustritt aus den Adern in die Haut. Ausgeschüttetes Histamin weitet die Adern und macht sie durchlässig – es kommt zu einem starken Juckreiz der betroffenen Hautpartien. Die Nesselsucht kann akut auftreten und chronisch werden. Neben Allergenen können auch Wärme, Wasser und Kälte zum Auslöser werden. Behandelt wird die Urtikaria durch Meiden der Auslöser und Antihistaminika-Tabletten, in schwereren Fällen auch Kortison. Auch bei der Urtikaria sollte eine kompetente Therapie durch einen Arzt erfolgen. Merke: Kontaktallergie, Neurodermitis und Urtikaria gehören in die Behandlung durch einen Arzt !

Kreuzallergien / Nahrungsmittelallergien

Jeder vierte Deutsche glaubt, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden. Jedoch sind von echten allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel nur etwa 3-10% der Kinder und nur 1-2% der Erwachsenen betroffen. Die meisten Reaktionen auf Nahrungsmittel sind auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -intoleranzen zurückzuführen. Die Spanne der möglichen Ursachen für Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Bauchbeschwerden nach Nahrungsaufnahme ist groß. Krankhafte Organveränderungen (Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Pankreas, Leber, Galle, Dickdarm) sind die eine Seite, funktionelle Ursachen die andere. Hier unterscheidet man weiter in toxische (giftige) und nicht-toxische, wobei die nicht-toxischen dann allergischer Natur sein können oder auf eine Intoleranz schließen lassen. Die genaue Abklärung kann nur durch einen Facharzt und genaue Beobachtung erfolgen. Die häufigsten Auslöser einer echten Nahrungsmittelallergie sind Kuhmilch, Nüsse, Erdnüsse, Eiweiß und Obst. V.a. Kuhmilch und Eiweiß führen bei Kleinkindern zu heftigen allergischen Reaktionen der Haut. Hier kann das 6monatige Stillen der Neugeborenen einen effektiven Schutz bieten. Jedoch ist auch nach dem Stillen eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen. Bei Kindern reduziert sich die allergische Reaktion auf Nahrungsmittel nach dem 6. Lebensjahr deutlich, meist kommt es dann aber zur Entwicklung eines Heuschnupfens. Sportliche Anstrengung und Stress können verstärkte Auslöser einer Nahrungsmittelallergie sein, wenn nach der Anstrengung entsprechende Nahrung gegessen wird. Häufig äußert sich die Allergie dann mit Hitze, Übelkeit, Atemnot und Ekzemen. Das sog. orale Allergiesyndrom ist nach Nahrungsmittelgenuss ebenfalls zu beobachten: Juckreiz im Mund, Rachen oder Ohren mit starker Schwellung von Zunge und Lippen. Anaphylaktische Reaktionen sind nach Nahrungsmittelgenuss möglich ! Allergische Symptome sind auch möglich, wenn Nahrungsmittel oder Medikamente eingenommen werden, die bestimmte Inhaltstoffe enthalten, die direkt zu den Symptomen führen, ohne dass eine echte allergische Reaktion abläuft. Man spricht dann von einer Pseudoallergie. Hier kommen v.a. Histamin (z.B. in Rotwein, Salami, Schokolade, Nüssen, Käse, Fisch oder Medikamenten), Salizylate (z.B. in Aspirin, Obst, Gewürzen, Senf) oder Sulfite (z.B. Natriumsulfit, Kaliumsulfit, Schwefelsulfit in Rot- und Weißwein) in Frage. Symptome wie Kopfschmerz, Blähungen, Sodbrennen, Schnupfen oder Migräne können dann auftreten. Der Genuss von Alkohol kann die Freisetzung von Histamin verstärken und beschleunigen. (Buchempfehlung: Histaminintoleranz, Trias-Verlag) Nahrungsmittelallergien treten oft als Kreuzallergien auf. Man versteht darunter, dass bei einer bestehenden Allergie auf bestimmte Allergene (z.B. Pollen), zusätzliche allergische Reaktionen auf andere Stoffe auftreten, die ähnliche Eiweißstrukturen haben, wie das eigentliche Allergen. Dabei müssen die allergischen Unverträglichkeitsreaktionen nicht denen der eigentlichen Allergie ähneln. Oft kommt es zu Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel mit Symptomen wie Halskribbeln, Durchfall oder Hautreaktionen. In manchen Fällen kann die Schleimhaut von Mund und Rachen aber auch derart anschwillen, dass der Erstickungstod droht. Auch anaphylaktische Reaktionen sind bekannt. Einige Nahrungsmittel enthalten biogene Amine, wie Histamin, Serotonin, Tyramin. Diese Stoffe führen bei Allergikern zu allergischen Symptomen oder Unverträglichkeiten. Histamin ist v.a. in Erdbeeren, Tomaten, Sardellen, Sauerkraut, Thunfisch, Salami, Käse, Fisch, Schokolade, Nüssen, Rotwein und Sekt enthalten. Serotonin in Ananas, Bananen und Walnüssen. Tyramin in Käse, Fisch, Hefe, Wurst und Schokolade. Jeder Pollen- und Hausstauballergiker sollte an solche Kreuzreaktionen denken, wenn er Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel feststellt, und eventuelle Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel in Bezug auf seine Allergie überprüfen, sowie diese Nahrungsmittel dann strikt meiden. Besonders häufig kommt es z.B. bei Birkenpollenallergikern zu Unverträglichkeit von u.a. Äpfeln, Nüssen oder Erdbeeren (s. Tabelle mit möglichen Kreuzallergenreaktionen): Birkenpollen Erle, Hasel, Esche, Buche, Eiche, Beifuß, Sellerie, Nüsse (v.a. Haselnuss), Mandeln, Karotten, Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich, Pflaume, Mirabelle, Zwetschge, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Litschi, Kirsche, Kiwi, Gewürze Beifußpollen Birke, Chrysantheme, Traubenkraut (Ragweed), Kamille, Löwenzahn, Sonnenblume, Sellerie, Karotte, Kartoffel, Kiwi, Gurke, Tomate, Melone, Artischocke, Anis, Koriander, Curry, Chilli, Estragon, Zimt, Ingwer, Kümmel, Muskatnuss, Paprika, Petersilie, Pfeffer, Knoblauch, Wermut, Erdnüsse Gräserpollen Ruchgras, Lieschgras, Knäuelgras, Ananas, Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Kräuter, gewürze, Pfefferminze, rohe Kartoffel, Hülsenfrüchte, Tomaten, Melonen, Kiwi Getreidepollen Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Weizen, Weidelgras, Mehl Nüsse Roggenmehl, Cashew, Mandeln, Mohn, Pistazien, Sonnenblumensamen, Sesam, Kiwi Sellerie Birke, Beifuß, Karotte, Gewürze Hülsenfrüchte Erdnuß, Bohne, Linse, Sojabohne, Klee, Luzerne, Lupine, Lakritze, Johannisbrot, Gummi arabicum, Tamarinde Fisch Hühnerei Hühnerei Ente, Gans, Huhn, Truthahn, Papagei, Seemöwe, Kanarienvogel, Taube, Wellensittich Kuhmilch Rinderhaar, Rind-/Kalbfleisch Schimmelpilz Penicillin Hausstaubmilbe Meeresfrüchte Latex Avocado, Banane, Feige, Kartoffel, Passionsfrucht, Sellerie, Kiwi, Kastanie, Tomate, Papaya, Pfirsich, Buchweizenmehl, Beifuß, Traubenkraut, Lieschgras, Ficus benjamina

Bienen- und Wespengift-Allergie

Experten schätzen, dass in Deutschland etwa 5% der Bevölkerung eine allergische Überempfindlichkeitsreaktion auf Insektengifte zeigen. Pro Jahr werden etwa 3000 Notfälle bekannt, jedoch gibt es wohl eine hohe Dunkelziffer unerkannter Fälle. Genau wie beim Heuschnupfen ist die Insektenstichallergie eine Sofortreaktion, die nicht lokal begrenzt ist, sondern ganzkörperliche Folgen haben kann. Neben einem starken Anschwellen der betroffenen Einstichstelle in der Haut, kann es zu nervösen Störungen, Atemnot und anaphylaktischem Schock kommen. Jährlich sterben etwa 40 Menschen in Deutschland an einer solchen Schockreaktion des Körpers. Meistens sind die verursachenden Insekten Bienen (eher im Frühjahr) und Wespen (eher im Spätsommer), prinzipiell können aber auch Hummeln, Hornissen, Bremsen, Ameisen und Mücken Insektenstichallergien auslösen. Gefährdete Personen sind v.a. Kinder (mit und ohne sonstiger Allergie) und Personen, die beruflich stark mit Insekten zu tun haben: z.B. Imker, Konditoren, Waldarbeiter, Gärtner. Während es bei Erwachsenen einer Vielzahl von Stichen bedarf, kann bei Kindern bereits eine Wespe oder Biene eine allergische Reaktion auslösen. Entscheidend für das Risiko ist, dass beim ersten Insektenstich zunächst die Sensibilisierung des Körpers auf das Gift erfolgt und meist noch keine allergische Reaktion hervorruft. Erst Folgestiche können dann zu den gefährlichen Symptomen führen. Um das Risiko zu minimieren, kann und sollte bei Risikopersonen eine Hypo-(De-)sensibiliserung durchgeführt werden. Empfohlen wird, dies ca. 2 Wochen nach dem ersten Stich zu tun. Der Allergologe bestimmt im Hauttest das auslösende Gift, und führt mit diesem die Hyposensibilisierung (Immuntherapie) durch. Es kann ambulant oder stationär erfolgen. Die Entscheidung liegt je nach Risiko bei Arzt. Die Hyposensibilisierung hat zum Ziel, allergische Reaktionen auf künftige Stiche zu verhindern. Personen, die von ihrer Insektenstichallergie wissen, müssen Insekten bzw. deren Stiche strikt meiden. Da dies nicht immer machbar ist, sollten sie ein Notfallset zuhause haben und in der Lage sein, im Falle eines Stiches schnellstmöglich einen Notarzt oder eine Klinikambulanz erreichen zu können. Das Notfallset sollte aus einem schnellwirksamen oralen Antihistaminikum (möglichst in flüssiger Form), einem oralen (möglichst flüssigem) Kortisonpräparat (bei Kindern Zäpfchen), ev. einem Betasympathomimetikum und einer Adrenalin-haltigen Spritze bestehen. Dieses Set kann ein Arzt verordnen, den Gebrauch der Spritze läßt man sich am besten in der Apotheke zeigen. Alle Wirkstoffe sollen die allergische Reaktion blockieren und einen Schock verhindern. FP_Anaphylaxie_Pressetext_19-06-2007 (PDF-Datei)

Was ist eine Sonnenallergie?

Unter einer Sonnenallergie (auch Lichtallergie ) versteht man allergische oder pseudoallergische Reaktionen der Haut auf Licht- bzw. Sonnenkontakt (UV-Strahlung). Typische Symptome sind Rötung und Juckreiz der Haut und Bildung von Bläschen, Quaddeln oder kleinen Knötchen. Betroffen sind in erster Linie hellhäutige Frauen über 20. Man unterscheidet die polymorphe Lichtdermatose, die sog. Mallorcaakne und die phototoxische/photoallergische Reaktion. Die polymorphe Lichtdermatose tritt besonders im Frühjahr und Frühsommer an Hautstellen auf, die dem zunehmend stärker werdenden Sonnenlicht ausgesetzt sind: Arme, Beine, Hals. Es handelt sich um eine Überreaktion der empfindlichen Haut auf UV-Strahlen. Im Laufe des Sommers oder mit zunehmendem Sonnenlichtkontakt verschwindet diese Form der Allergie. Die Haut gewöhnt sich an das Licht. Helfen können Sonnenschutzmittel mit hohem (mind. 15) Lichtschutzfaktor oder eine Lichtgewöhnungsbehandlung. Auch die prophylaktische Einnahme von hochdosiertem Provitamin A kann hilfreich sein. Die Mallorcaakne entsteht durch eine allergische Reaktion der Haut auf Inhaltstoffe von Sonnencremes, die sich unter dem Einfluss von UV-Licht chemisch verändern und dann die Haut reizen. Diese Form ist sehr unangenehm, da sie v.a. im Urlaub auftritt und unschöne Hautveränderungen verursacht und über viele Tage anhalten kann. Empfindliche Menschen sollten beim Kauf von Sonnenschutzmitteln darauf achten, dass es sich um emulgatorfreie und fettfreie Mittel handelt. Am besten sind Gele. Bei der phototoxische Reaktion der Haut handelt es sich um eine allergische Reaktion der Haut auf UV -Licht in Zusammenhang mit anderen Stoffen, z.B. Nahrungsmittel, Pflanzen, Arzneimittel oder Kosmetika. Die Reaktion ähnelt einem Sonnenbrand. Hier hilft nur die Meidung der Stoffe oder wenn dies nicht möglich ist (z.B . bei Arzneimitteln) das Meiden zu starker UV-Licht-Belastung. In jedem Fall muss ein Arzt konsultiert werden.

Ganzjährige Allergieformen

Ganzjährig allergenbedingte Allergieformen unterscheiden sich vom Heuschnupfen nur durch die Art der auslösenden Allergene und durch ihre ganzjährige Dauer. Die auslösenden Allergene stammen nicht von Pflanzen, sondern von Tieren oder Pilzen. In erster Linie sind Katzenhaare und der Kot von Hausstaub- und Vorratsmilben verantwortlich, möglich sind aber alle Tierhaare und Vogelfedern. Schimmelpilzallergien nehmen ebenfalls zu. Die häufigsten Tierhaarallergene sind Meerschweinchen, Katzen, Pferde, Hunde und Vögel. In diesen Fällen sollte das Haustier unbedingt abgeschafft und das Hobby gewechselt werden. HausstaubmilbeAllergische Symptome treten immer dann auf, wenn es zum direkten Kontakt kommt, daher sollte der Kontakt so weit wie möglich vermieden werden. Dies ist jedoch oft nicht möglich, besonders, wenn es sich um eine Hausstauballergie handelt, denn Hausstaubmilben leben von menschlichen Hautschuppen und fühlen sich in der häuslichen Wohnung bei hoher Luftfeuchtigkeit (>50%) und warmen Temperaturen (>20 Grad) am wohlsten. Sie kommen daher überall in Wohnbereichen vor und führen somit zu einer Dauerbelastung. Vor allem in der Bettwäsche und bei Kindern in Kuscheltieren sind Hausstaubmilben ein großes Problem. Im Hochgebirge ab ca. 1800 Meter kommen Hausstaubmilben nicht mehr vor. Dort ist es zu kühl und die Luft zu trocken. Da die Symptome der ganzjährigen Allergie durch Tierkontakt ebenfalls durch Histamin ausgelöst werden, sind auch hier Antihistaminika hilfreich. Man kann sie nach Bedarf anwenden, die Wirkung setzt sehr schnell ein. Wenn jedoch als Hauptsymptom die verstopfte, zugeschwollene Nase vorherrscht, empfehlen sich Kortisonnasensprays. Sie beseitigen die Verstopfung (Obstruktion) und schützen gleichzeitig vor Entzündung und Verlagerung der Allergie in die Bronchien (Asthma). Eine Hyposensibilisierung ist empfehlenswert, führt aber nicht immer zum Erfolg. Außerdem gibt es ein paar Regeln, die man beachten kann, um sich Erleichterung zu verschaffen: es gibt spezielle Bettwäsche, in denen sich Hausstaubmilben nicht aufhalten können verzichten Sie möglichst auf Teppichböden in Ihrer Wohnung hängen Sie Ihrer Bettwäsche und Kuscheltiere im Winter morgens an die kalte Luft lüften Sie möglichst oft und halten Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihren Zimmern gering verzichten Sie bei Tierhaarallergien auf Haustiere waschen Sie Ihre Textilien, Bettwäsche und Kuscheltiere bei mindestens 60 Grad Beobachten Sie genau, in welchen Situationen Ihre allergischen Symptome auftreten. Können Sie nicht genau bestimmen, gegen was Sie allergisch reagieren, lassen Sie beim Allergologen einen Allergentest machen. In vielen Fällen bestehen sogenannte Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln. Auf diese reagieren Sie dann ebenfalls allergisch und mit Unverträglichkeiten. Es bedarf jedoch einer genauen fachärztlichen Diagnose, die im Einzelfall schwierig sein kann. Selbstmedikation sollte dann unterbleiben.

Allergisches Asthma bronchiale

Die Luftwege in der Lunge (die Bronchien) sind ebenfalls mit Schleimhaut bekleidet, die auf Allergene reagieren kann. Allerdings werden die meisten Allergene in Nase, Mund und Rachen abgefangen. Dennoch kommt es zu allergischen Reaktionen der Bronchien, sie verengen sich und produzieren vermehrt Flüssigkeit. Es entsteht leichte bis mittelschwere Atemnot (Asthma). Bevor jedoch an allergisches Asthma gedacht werden sollte, müssen Krankheiten wie obstruktive Bronchitis, Infektionen der Luftwege, Herzfehler oder Fremdkörper ausgeschlossen werden, die sich ebenfalls mit Atemnot äußern. Während der allergischen Phase wandern vermehrt Mastzellen und Entzündungszellen in das Schleimhautgewebe ein, es kommt in Kürze zu Entzündungsreaktionen der Schleimhaut, sie verdickt sich und verengt damit die Bronchien. Es kann zu schwerer Atemnot kommen, bis hin zum Atemstillstand. Die Entzündungsreaktion verdickt aber nicht nur die Schleimhaut, sondern schädigt zudem die Schleimhautoberfläche. Diese ist bestückt mit Milliarden winzigster Härchen (Flimmerepithel), die unentwegt kleinste Fremdkörper (z.B. Allergene) und Flüssigkeit aus der Lunge in den Rachen transportieren. Wird das Flimmerepithel geschädigt, kann es seine Funktion nicht mehr wahrnehmen, die Flüssigkeit der Schleimhaut verbleibt in der Lunge und erschwert das Atmen weiter. Die Atmung beginnt zu rasseln. Durch die massive Einwanderung von Entzündungszellen wird die Schleimhaut nachhaltig geschädigt, sie verändert sich und verliert ihre normalen Funktionen (remodelling). Das Asthma wird chronisch und ist nicht mehr reversibel. Allergisches Asthma bronchiale ist zumeist Folge verschleppter oder nicht effektiv behandelter Allergien der Nasenschleimhaut (meist Heuschnupfen und Hausstauballergie). Es kommt zum sog. Etagenwechsel von der Nase in die Lunge. Asthma bronchiale mit Atemnot behindet das tägliche Leben dramatisch. Daher gilt grundsätzlich die Empfehlung, auch den “normalen”, nur kurze Zeit dauernden Heuschnupfen effektiv zu behandeln, um eine Verlagerung der Allergie und damit eine Chronifizierung zum Asthma zu verhindern. Viele Allergiker durchleben die allergischen Wochen in dem Glauben, sie könnten die Zeit auch ohne Behandlung durchstehen, trotz dauernden Beschwerden und ev. sogar leichten asthmatischen Anfällen mit Atemnotepisoden. Diese treten meisten abends oder nachts auf und sind Folge der entzündlichen Spätphasereaktion, die erst Stunden nach einem Allergenkontakt auftritt. Wer an allergischem Asthma mit Atemnot leidet, sollte sich vom Arzt in jedem Fall ein Spray verordnen lassen, dass im akuten Falle die Atemnot lindert, indem es die verengten Bronchien wieder weitet. Es handelt sich hier um sog. kurzwirksame Beta-2-Mimetika. Sie wirken unmittelbar nach Anwendung (das Spray wir in den Rachen gesprüht und eingeatmet) und können auch mit einem Kortison kombiniert werden, das dann gleichzeitig gegen die Entzündung wirkt. Gemäß den Schweregraden wird folgende medikamentöse Asthmabehandlung empfohlen, die immer zum Ziel hat, die Atemnot zu beseitigen und die Entzündung zu kontrollieren: Schweregrad I: sporadische Atemnot -> kurzwirkende Beta-2-Mimetika (Fenoterol) Schweregrad II: episodische Atemnot -> kurzwirkende Beta-2-Mimetika + inhalatives Kortison + ev. Cromoglicinsäure Schweregrad III: andauernde Atemnot -> langwirkende Beta-2-Mimetika + inhalatives Kortison + Antileukotriene + ev. Anticholinergika Wer immer wieder asthmatische Anfälle hat, sollte sich in die Obhut eines erfahrenen Allergologen (am besten Lungenfacharzt) begeben und das Asthma professionell behandeln und kontrollieren lassen. Eine geschädigte Lunge lässt sich nur schwer oder gar nicht mehr reparieren. Der Patient kann viel selbst tun. Es gibt Kontrollgeräte – sog. Peak flow Meter – die beispielsweise in Apotheken wie dieser hier angeboten werden. Der Peak Flow Meter besitzt ein haltbares Mundstück und ist für Erwachsene sowie für Kinder geeignet. Das kompakte Design ermöglicht dem Apparat ein Gewicht unter 100g und ist also leicht transportierbar. Der Peak-Flow (d.h., der maximale Luftstrom in der Lunge) wird in Liter pro Minute gemessen. Der gemessene Wert wird anschließend mit dem Normalwert verglichen. Hierbei spielen Alter, Größe und Gewicht eine Rolle. Mit diesen Peak-flow-Meter kann man leicht zuhause die Atemfunktion selber messen. So ist gewährleistet, dass asthmatische Phasen schnell erkannt und medikamentös gut behandelt werden können. Man misst seinen Bestwert, wenn keine asthmatischen Probleme bestehen, trägt diesen in ein Diagramm ein, und misst dann täglich einmal morgens und einmal abends. So hat man einen Kontrollverlauf der Lungenfunktion und kann bei geringsten Verschlechterungen bereits medikamentös gegensteuern. Ein Peak flow Meter erhält man auch beim Pneumologen (Lungenfacharzt). Sportliche Betätigung und Asthma schließen sich im Übrigen nicht aus. Es sollte jedoch – v.a. bei Kindern – daran gedacht werden, dass der Sport angemessen und unter medizinischer Kontrolle ausgeübt wird.

Was ist Heuschnupfen / Pollenallergie?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Blütenpollen von Bäumen (im Frühjahr), Gräsern, Getreide (im Frühsommer) und Kräutern (im Spätsommer). Sie ist primär in den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Augen lokalisiert und äußert sich in Jucken, Schwellung und Ausfluss (Tränen und Naselaufen). Jucken ist das Leitsymptom der Allergie. Andere Symptome, die mit Heuschnupfen in Verbindung stehen, sind: niesen und LichtscheuLichtscheu (Vermeidung von hellem Licht) Niesreiz niedriger Blutdruck (Antriebsschwäche – Lustlosigkeit) Heuschnupfen ist immer zeitlich begrenzt – man nennt ihn auch saisonaler allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis) – da er direkt mit der Blühsaison der entsprechenden Pflanzen in Zusammenhang steht. Wird Heuschnupfen nicht behandelt, kann er sich in die unteren Atemwege zu allergischem Asthma ausweiten. Vorher sollten Sie also unbedingt etwas tun und sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Oftmals haben Nicht-Allergiker wenig Verständnis für die Beschwerden und das reduzierte Lebensgefühl während der Heuschnupfenzeit. Sie können nicht verstehen, wie der Allergiker sich bei schönem Wetter am liebsten ins dunkle Zimmer verzieht und nicht in die Natur. Heuschnupfen -Allergiker sollten sich nicht zwingen lassen, sich der Pollenbelastung auszusetzen ! Es handelt sich um eine ernsthafte Erkrankung.   Was bedeutet Pollenallergie ? Pollen können eine allergische Reaktion auslösen. Es ist noch nicht geklärt, warum dies so ist, und warum Menschen auf verschiedene Pollen allergisch reagieren und auf andere nicht. Der Pollenflug beginnt mit der Blüte der ersten Pflanzen bereits im Winter und endet im Herbst (s. Pollenflug). Der stärkste Pollenflug ist im Frühling zwischen April und Juni zur Hauptblütezeit. Man unterscheidet im wesentlichen zwischen Frühblühern von Januar bis April (Bäume) und der Hauptblüte von Gräsern und Getreide von Mai bis Juli. Die Stärke der Symptomatik ist individuell unterschiedlich und abhängig von der Stärke und Länge der Blüte. Das menschliche Immunsystem hat die Aufgabe, schädliche Substanzen und Mikroorganismen zu beseitigen und zu vernichten. Es richtet sich im Normalfall gegen Bakterien, Viren, Pilze und andere schädliche Mikroorganismen. Im Falle einer allergischen Reaktion kommt es zur Stimulans der Immunabwehr gegen völlig unschädliche Stoffe (Allergene), wie Blütenpollen. Sie werden vom Körper als schädlich eingestuft, als solche erkannt und mit unverhältnismäßiger Abwehrreaktion bekämpft. Dabei wird ein komplexer Mechanismus ausgelöst, der den Körper stark beansprucht und schwächt. Es wird diskutiert, dass die Immunabwehr sich im Laufe zunehmender Hygienemaßnahmen in der westlichen Welt und der damit verbundenen reduzierten Konfrontation mit Bakterien und Viren ein neues Betätigungsfeld sucht.   Ursachen für die starke Immunreaktion auf Pollen ist noch unklar Die Veranlagung zur allergischen Rhinitis kann erblich disponiert sein. Man geht aber auch davon aus, dass die übertriebene Hygiene in den Industrienationen für das vermehrte Auftreten von Heuschnupfen verantwortlich ist. Bezeichnenderweise kennt man in den Ländern der dritten Welt solche Erkrankungen kaum. Kinder, die auf dem Land aufwachsen, leiden außerdem seltener unter Heuschnupfen als Stadtkinder. Dennoch gibt es noch keine gesicherte Erkenntnis darüber, warum manche Menschen eine so extreme Immunreaktion gegen Pollen zeigen und andere Menschen nicht.

Darmsanierung als antiallergische Therapie

Der Darm ist mit 500-600 qm Fläche die mit Abstand größte menschliche Schleimhaut. Sie dient nicht nur der Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung, sondern im viel wesentlicheren Sinne der Immunabwehr und der Produktion von Immunglobulinen (z.B. IgA und IgE). Sie ist damit ein Hauptakteur für die funktionierende Abwehr von Mikroorganismen und für die Entstehung von Allergien und anderen chronischen Erkrankungen. Die Darmschleimhaut unterhält eine eigene mikrobielle Flora aus Bakterien, die zum einen das Funktionieren der Darmtätigkeit gewährleisten, zum anderen auch für die Steuerung des Immunsystems mitverantwortlich sind. Diese ist wiederum ein Resultat der Ernährung, bzw. der Nahrungsreste, die den Darm passieren müssen. Es wird angenommen, dass zu viel tierische Nahrung (Kuhmilch, Eier, Fleisch, Fisch) und saure Nahrungs- und Genussmittel (v.a. Alkohol) zu vermehrten Fäulnisprozessen und Pilzansiedlungen im Darm führen können, was letztlich zu einer Atrophie (Zugrundegehen) der Darmzotten und zur Übersäuerung führt und die Darmfunktionen ganz erheblich einschränkt oder teilweise zerstört. Es kann zu einem Ungleichgewicht zwischen IgA (unser natürliches Antiallergikum) und IgE (dem Allergieauslöser) kommen, und damit zu Allergien. Manche Allergieexperten behaupten, alle Allergien haben ihre Ursache im Darm. Denn die Darmschleimhaut ist direkt assoziiert mit den Schleimhäuten der Nase, der Augen und der Lunge. Wenn also die Darmschleimhaut nicht mehr im Stande ist, eine gesunde Immunabgwehr zu leisten, dann sind es auch die anderen Schleimhäute nicht.   Darmsanierung als Behandlung der Ursache Eine Behandlung der geschädigten Darmschleimhaut scheint also angezeigt. Dies bedeutet zunächst eine Sanierung des Darms und eine Wiederherstellung der natürlichen Darmflora. Hierzu sollte man unbedingt ärztlichen Rat hinzuziehen und sich individuell bei einem Allergieexperten behandeln lassen. In jedem Falle kann jeder Allergiker aber sofort beginnen, seine Ernährung umzustellen. Weniger oder eine Zeit lang keine tierische Nahrung zu sich nehmen, viel Gemüse und Obst essen, und mit einer basischen Diät (Kartoffeln, Gemüse, Äpfel) beginnen. Auch Alkohol, Süßigkeiten und Weizenprodukte führen zur Übersäuerung und sollten vermieden werden. Dazu muss unbedingt viel getrunken werden (Wasser, Früchte-Tees oder Obst- und Gemüsesäfte) Gerade zu Beginn des Jahres, wenn die neue Allergie-Saison vor der Tür steht, kann eine gegrenzte Fastenkur antiallergisch wirken. Vielleicht liegt auch darin ein Grund für die Sinnhaftigkeit der christlichen Fastenzeit vor Ostern, das ja bekanntlich oft mit der Baumblüte von Birke, Eiche und Buche zusammen fällt. Ergänzend zur Darmsanierung oder zum Fasten kann eine Akupunktur hilfreich sein.

Akupunktur bei Allergien

Seit einigen Jahren ist auch wissenschaftlich belegt, dass Akupunktur bei allergischen Erkrankungen hilfreich sein kann. Zwischen 8 und 15 Sitzungen zu Beginn des Frühjahrs seien notwendig, um die allergischen Symptome des Heuschnupfens und des allergischen Asthmas deutlich reduzieren zu können und so ggfs. Medikamente einzusparen. Bei manchen Patienten soll eine erkennbare Wirkung schon nach der ersten Behandlung einsetzen. Die Wirkung soll mindestens ein Jahr anhalten, ist aber im Folgejahr in den meisten Fällen zu wiederholen. Die Akupunkturbehandlung scheint besonders bei Kindern gute Ergebnisse zu erzielen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Allergiebehandlung mit Akupunktur bislang nicht.

Hyposensibilisierung / spezifische Immuntherapie

Die Hypo-/Desensibilisierung – auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt – erfolgt immer noch am besten mit subkutanen (unter die Haut) Injektionen. Gut belegt – wenn auch noch Langzeitresultate ausstehen – ist die sublinguale (unter die Zunge) Immuntherapie mit Tropfen. Experimentell ist die nasale und bronchiale Hyposensibilisierung. Eine orale Hyposensibilierung mit Tropfen oder Tabletten ist ebenfalls möglich. Die Hyposensibilisierung kann als ursächliche Therapie verstanden werden. Bei Erfolg kann sie die Symptome der allergischen Reaktion stark reduzieren oder ganz beseitigen. Die Therapie sollte im Herbst nach der Allergiezeit beginnen. Dabei wird das oder die relevante(n) Allergen(e) mit langsam steigender Dosierung an mehreren Tagen bis zur individuellen Erhaltungsdosis gespritzt oder getropft. Dies wird gemacht, damit sich das Immunsystem an das Allergen langsam gewöhnt und keine allergische Abwehrreaktion mehr auslöst. Die Prozedur ist jährlich zu wiederholen. Die Hyposensibilisierung darf nur von einem Allergologen vorgenommen werden, da es in wenigen Fällen zu Komplikationen (allergischer Schock) kommen kann, und eine sofortige Gegenmassnahme notwendig wird. Deshalb muss der Patient nach jeder verabreichten Spritze noch mind. eine halbe Stunde zur Kontrolle in der Praxis bleiben.

Antiallergisch wirksame Medikamente

Es gibt mittlerweile ein Vielzahl an Arzneimitteln und Naturheilmitteln gegen Heuschnupfen und andere Allergien. Sie wirken symptomatisch und helfen, die Allergiezeit gut zu überbrücken. Moderne Antiallergika sind erstens schnell wirksam, zweitens sehr gut verträglich und drittens einfach anzuwenden: Nasensprays und Tabletten müssen nur noch einmal täglich angewendet werden, Augentropfen zweimal täglich. Manche Augentropfen sind bereits für Kinder ab 3 Jahren, Kortison-Nasensprays ab 6 Jahren und Tabletten und Saft ab 2 Jahren möglich. Es ist ratsam, während der Allergiezeit die antiallergischen Medikamente durchgängig einzunehmen bzw. anzuwenden, damit ein ausreichend hoher Wirkspiegel gehalten werden kann, der nicht nur die Symptome reduziert, sondern auch eine antientzündlichen Wirkung erreicht (Stichwort: Etagenwechsel, Asthma). Eine Einnahme nach Bedarf und sporadisch kann dies nicht leisten. Allergiker sollten antiallergische Medikamente griffbereit im Verbandskasten oder im Medikamentenschrank haben, um allergische Anfälle bei Beginn der Allergie effektiv und ohne Zeitverzug behandeln zu können. Dies gilt vor allem für Asthmatiker.   Hier eine Übersicht: Man unterscheidet nach ihrer Wirkung Antihistaminika, Kortison und Mastzellstabilisatoren oder nach der Anwendung Augentropfen, Nasensprays, Salben und Tabletten. Wirkstärken Red. d. Augensymptome Nieß-/ Juckreizlinderung Reduktion Naselaufen Verbesserung Nasenatmung Kortison Nasenspray + +++ +++ +++ Antihistaminika Nasenspray – ++ ++ + Antihistaminika Tabletten + ++ ++ + Antihistaminika Augentropfen +++ – – – Abschwellendes Nasenspray – – – +++ Cromoglicinsäure Nasenspray – + + + Antihistaminika sind Arzneimittel, die die Wirkung des aus den Mastzellen ausgeschütteten Histamins blockieren, indem sie die Histaminrezeptoren an den Blutgefäßen in den Schleimhäuten besetzen und das bereits angedockte Histamin von ihnen verdrängen. Dadurch wirken diese Arzneistoffe innerhalb von Minuten und sehr zielgerichtet. Antihistaminika sind als Tabletten, Tropfen, Sirup, Gel, Kapseln, als Nasenspray und als Augentropfen in der Apotheke (zumeist verschreibungsfrei) erhältlich. Sie können Tabletten, Nasensprays und Augentropfen je nach Ihrem Beschwerdegrad auch kombinieren. (neuere Substanzen, die selektiver wirken, sind meist noch schneller und verträglicher, sie sind rezeptpflichtig – s. Tabelle mit einer nicht vollständigen Übersicht). Wirkstoff Darreichungsform Rezeptpflicht Handelsname im Handel seit Terfenadin Tabletten JA generisch 1991 Dimetinden Kapseln, Sirup, Tropfen, Gel NEIN Fenistil 1961 Ketotifen Sirup, Kapseln, Tabletten, Augentropfen JA Zaditen 1979 Cetirizin Tabletten, Tropfen, Saft NEIN generisch 1990 Bamipin Tabletten, Creme, Gel NEIN Soventol 1983 Loratadin Tabletten, Saft, Brausetabl. NEIN generisch 1989 Azelastin Augentropfen NEIN Loxin 1999 Azelastin Nasenspray Ja Allergodil 1992 Levocabastin Augentropfen, Nasenspray NEIN Livocab 1994 Fexofenadin Tabletten JA Telfast 1998 Mizolastin Tabletten JA Mizollen 1998 Emedastin Augentropfen JA Emadine 1999 Desloratadin Tabletten JA Aerius 2001 Levocetirizin Tabletten JA Xusal 2001 Ebastin Tabletten JA Ebastel 2002 Olopatadin Augentropfen JA Opatanol 2004 Kortison ist immernoch das am besten wirksame Antiallergikum. Leider ist es in der Vergangenheit aufgrund potentieller Nebenwirkungen alter Präparate bei langer und hochdosierter Anwendung in den Medien als Teufelsarznei verunglimpft worden. Unter ärztlicher Kontrolle und bei äußerer Anwendung sind moderne Kortisonmedikamente jedoch nahezu nebenwirkungsfrei und dabei sehr effektiv. Als Tabletten und als Augentropfen sollte Kortison jedoch weiterhin nur kurzfristig angewendet werden, als Nasenspray ist es bei Heuschnupfen in vielen Fällen Mittel der Wahl, da es vor allem die behinderte Nasenatmung schnell wieder ermöglicht und außerdem durch seine starke antientzündliche Wirksamkeit vor dem sog. Etagenwechsel zum allergischen Asthma schützen kann. Kortison-Präparate sind verschreibungspflichtig. Auch hier eine tabellarische Auswahl: Wirkstoff Darreichungsform Rezeptpflicht Handeslname im Handel seit Dexamethason Augentropfen JA Dexa sine 1991 Momethason Nasenspray JA Nasonex 1999 Fluticason Nasenspray JA Flutide 1997 Triamcinolonacetonid Nasenspray JA Rhinisan 2001 Budesonid Nasenspray JA Budes 2004 Fluticason Nasenspray JA Avamys 2009 Zu den Mastzellstabilisatoren gehört das seit langer Zeit bekannte Dinatriumcromoglycat (Cromoglicinsäure), das in großen Mengen in den Apotheken verkauft wird. Es ist heute nur noch bei Schwangeren (ab 4. Monat ) und bei sehr leichten Allergien empfehlenswert, da es stärker wirksame Alternativen gibt, die nicht mehr so häufig (4-6x täglich) angewendet werden müssen. Mastzellstabilisatoren wirken antiallergisch, indem sie die Mastzellmembranen stabilisieren und “abdichten”, so dass diese kein Histamin mehr ausschütten können. Diese Wirkung benötigt jedoch einige Tage Zeit, daher müssen Mastzellstabilisatoren möglichst präventiv eingesetzt werden, was jedoch schwierig ist, da die meisten Menschen nicht gerne Medikamente nehmen, wenn sie keine Beschwerden haben. Mit neueren Mastzellstabilisatoren konnten v.a. am Auge deutliche Therapiefortschritte erreicht werden. Lodoxamid Augentropfen sind seit Januar 2002 rezeptfrei in allen Apotheken erhältlich. Hier eine Auswahl: Wirkstoff Darreichungsform Rezeptpflicht Handesname im Handel seit Cromoglicinsäure Augentropfen, Nasenspray NEIN Vividrin 1980 Nedocromil Augentropfen, Nasenspray NEIN Irtan 1995 Lodoxamid Augentropfen NEIN Alomide / SE 1997 Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie an Heuschnupfen leiden oder auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, sollten Sie die Diagnose in jedem Fall einem Arzt überlassen. Er und Ihr Apotheker beraten Sie gerne bei Fragen rund um die Allergie.

Der allergische / anaphylaktische Schock

Der anaphylaktische Schock (Anaphylaxie = Sofortreaktion) ist die schwerste Form der allergischen Reaktion. Er kann nach erfolgter Sensibilisierung auf grundsätzlich alle Allergen auftreten, ist jedoch besonders häufig nach Insektenstichen oder bei Nahrungsmittelallergien zu beobachten. Die allergische Reaktion setzt unmittelbar (innerhalb weniger Minuten) auf den Allergenkontakt ein und kann so heftig sein, dass er in wenigen Minuten zum Tod führt. Die massive Histaminfreisetzung in allen Schleimhäuten führt zur Weitstellung aller Blutkapillaren und damit zum spontanen Abfall des Blutdruckes auf lebensbedrohliche Werte. Das Wasser sackt ins Gewebe, Ödeme entstehen. Das Herz versucht den fehlenden Druck auszugleichen und der Puls steigt auf Werte bis über 200. Die Herzversorgung bricht zusammen. Gleichzeitig verengen sich die Luftgänge der Lungen, massive Atemnot entsteht. Der Tod tritt durch Herzversagen und Atemstillstand ein. Gefährdete Personen sollten bei möglichem Allergenkontakt immer ein Notfallset bei sich führen. Allergologisch tätige Ärzte haben dies in der Praxis und können Notfallrezepte ausstellen. Auch bei der Immuntherapie (Hyposensibilisierung) kann es zu anaphylaktischen Reaktionen kommen, die ein erfahrener Arzt jedoch mit Sofortmaßnahmen kontrollieren kann. Das Notfallset besteht aus einem oralen Antihistaminikum, einem oralen Kortison, ev. ein Betasympathomimetikum und einer Adrenalinfertigspritze. Wenn Sie nach Allergenkontakt (z.B. Vespenstich) folgende starke allergische Reaktionen feststellen, sollten Sie sofort handeln: Grad 1 Hautreaktion: starker Juckreiz und starke Schwellung der Haut (nicht nur an der Einstichstelle), bei Nahrungsmittelallergie starke Schwellung der Zunge, des Mundes und des Rachens; ev. schon Schindel- und Hitzegefühle Allergenzufuhr stoppen; hinlegen und Füße hochlagern, Medikamente aus Notfallset anwenden: Antihistaminikum und Kortison (möglichst in flüssiger Form, da bei zugeschwollenem Mund Tabletten nicht mehr applizierbar); Notarzt anrufen ! Ärztliche Maßnahmen: venösen Zugang legen bevor Venen durch Schwellung nicht mehr erkennbar, Antihistaminika (Fenestil und Tagamet) i.v. Grad 2 Kreislauf-, Atmungs- und Hautreaktionen: (zusätzlich) Schwindel, Kreislaufprobleme, Herzfrequenzänderung, Atemprobleme, ev. Husten Notfallset anwenden, flachlegen und Beine hoch, Notarzt rufen Ärztliche Maßnahmen: Antihistaminika, Betasympathomimetika, Theophyllin, Methylprednisolon (hochdosiert), Adrenalin und Sauerstoff vorbereiten Grad 3 lebensbedrohlich: starke Atemnot, Kreislaufzusammenbruch, Hautverfärbung Notfallset anwenden, Notarzt rufen Ärztliche Massnahmen: zusätzlich Adrenalin i.v., Sauerstoffmaske

Blütenpollen und Pollenflug

Blütenpollen und Pollenflug Pollen sind die männlichen Blütenbestandteile von blühenden Pflanzen, die sich entweder mit dem Wind oder über Insekten verbreiten. Allergologisch relevant sind im wesentlichen die Windpollen. Dabei ist nicht das mikroskopisch kleine Pollenkorn allergen, sondern seine Inhaltstoffe (Enzyme, Plasmaproteine und Erkennungssubstanzen), die bei Aufprall des Pollen auf die menschliche Schleimhaut freigesetzt werden. Hochallergene Pollen sind die von Hasel, Erle, Birke, Süßgräsern, Roggen und Beifuß. Die Blütezeit allergentragender Pflanzen und damit der Pollenflug beginnt bereits im Januar/ Februar mit der Blüte von Haselnuß- und Erlenbäumen. Mit der Birke ab März/April kommt es dann zur ersten Belastungsspitze. Etwa 40% der Allergiker reagieren auf Frühblüher. Die größte Zahl an Heuschnupfenallergikern reagieren auf Gräserpollen (etwa 80%) ab Mai. Ab Ende Juli haben dann nur noch wenige Pflanzen ihre Hauptblüte (v.a. Kräuter), so dass die Pollenbelastung deutlich geringer wird. Hierunter leiden immernoch 20% aller Heuschnupfenallergiker. Das Ausmaß des Pollenfluges und der Beginn der Blüte sind regional zeitlich sehr unterschiedlich. Dies ist abhängig vom Start der Vegetationsperiode (im Südwesten eher als im Norden), von der Umgebung (Stadt oder Land) und von der Meereshöhe (im Flachland oder im Gebirge). Allgemein gilt, dass am Meer und im Hochgebirge die Pollenbelastung geringer ist. Auf dem Land ist morgens der Pollenflug stärker, in der Stadt meistens abends und nachts. In manchen Jahren kommt es nach langen kalten Wintern und Frühjahren Ende April, Anfang Mai zu sog. Blühexplosionen mit entsprechend starken Pollenbelastungen. Bei schwerer Symptomatik ist es sinnvoll, seinen Lebensraum und v.a. seine Urlaubsgebiete nach dem Pollenflug auszurichten, um starke Belastungen weitgehend zu meiden. Pollenflugkalender Hier einige Pflanzen (mit Fotos) und ihre mittleren Blütezeiten. Unter verschiedenen regionalen Telefonauskünften erhalten Sie tagesaktuelle Auskunft über den Pollenflug in Ihrer Region. Polleninformationsdienst Bad Lippspringe, Tel: 05252-931203, pid@uminfo.de POLLEN JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Hasel x Erle x Weide Ulme Ahorn Pappel Birke x Kirsche Apfel Walnuß Platane Buche Eiche Löwenzahn Kastanie Gräser x x Kiefer Tanne Raps Roggen x Weizen Linde Nessel x x Beifuß x Traubenkraut x X Mais

Sensibilisierung

Eine allergische Reaktion kann nur nach vorangegangener Sensibilisierung auftreten. Dies bedeutet, dass das Immunsystem beim ersten Kontakt mit dem Allergen (Pollen, Milbenkot oder Insektengift) eine Stimulierung erfahren muss, die noch keine allergische Reaktion zur Folge hat, die aber dazu führt, dass das Allergen „als Feind“ bekannt wird, so dass beim nächsten Kontakt die allergische Reaktionskaskade ablaufen kann. Immunologisch passiert folgendes: das Allergen wird von in der Schleimhaut sitzenden allergenpräsentierenden Zellen aufgenommen und umgewandelt. Die Zelle präsentiert daraufhin Allergenpeptide an ihrer Zelloberfläche. Diese werden von T-Helfer-Zellen erkannt. Die T-Helferzellen senden daraufhin chemische Signale (Ausschüttung von Zytokinen) aus und stimulieren B-Zellen zur Produktion von allergenspezifischen Immunglobulinen (IgE). Das gebildete IgE bindet an den Zelloberflächen von Mastzellen und anderen Immunzellen (z.B. Granulozyten) und fungiert ab sofort als Antenne oder Andockstation für die erkannten Allergene. Kommt es zum neuerlichen Allergenkontakt, bindet dieses direkt an die IgEs und löst die allergische Reaktion aus (z.B. Mastzelldegranulation). Bis heute ist wissenschaftlich nicht geklärt, warum das Immunsystem auf bestimmte Allergene reagiert, auf andere nicht. Warum der eine eine Katzenhaarallergie hat, der andere einen Heuschnupfen auf Gräserpollen. Wann und warum es also zur Sensibilisierung gegen bestimmte Allergene kommt. Allergologisch tätige Psychologen vermuten, dass Menschen, die besonders sensibel, ängstlich oder vorsichtig sind, sich auf unbewußter Ebene gegen Druck, Angst, Konflikte und Stress wehren. Ist diese Abwehr zu einem bestimmten Punkt im Leben besonders groß und ev. psychologisch traumatisch, kann es zu einer Art klassischen Konditionierung kommen, indem die unbewußte psychologische Abwehrreaktion mit einer körperlichen immunologischen Abwehr gegen z.B. Pollen oder Katzenhaare verbunden wird. Die in diesem Moment vorhandenen Allergene werden mit der Abwehrreaktion konditioniert und immunologisch als Feind betrachtet. Von nun an kommt es wie beim pawlowschen Hund zu einer allergischen Reaktion immer dann, wenn das konditionierte Allergen als Reiz auftritt. Die psychologische Abwehr wird umgangen, indem sie sich auf die körperliche Ebene verlagert. So gesehen wären Allergien der körperliche Ausdruck ungelöster Konflikte und Ängste des betroffenen Menschen.

Die allergische Symptomatik

am Auge: jucken, tränen, Rötung, Blendgefühl, Lichtscheu, Schwellung in der Nase: jucken, niesen, kribbeln, Nase laufen, Verstopfung (Obstruktion) / erschwerte Nasenatmung im Rachen: jucken, kratzen, Schluckbeschwerden, Schwellung im Mund: jucken, Schwellung von Lippen und Zunge, ev. auch jucken der Ohren in der Lunge: Atemnot, Husten, v.a. chronischer Husten bei Kindern auf der Haut: jucken, Rötung, Schwellung, Quaddeln im Bauch: Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Durchfall Das Leitsymptom der Allergie ist das Jucken ! Dies sollte diagnostisch beachtet werden, um abzuklären, ob es sich um eine allergische Erkrankung handelt. Was ist Jucken ? Jucken ist eine Reaktion der Haut oder Schleimhaut auf einen mechanischen oder chemischen Reiz durch z.B. Histamin oder Insektengifte. Der Juckreiz wird über Rezeptoren in der Haut oder Schleimhaut vermittelt, die auch Schmerzen auslösen. Der Juckreiz wird wie der Schmerz im Gehirn verarbeitet. Kratzen hilft den Juckreiz lindern, weil das Kratzen denselben Schmerzrezeptor reizt, wie das Jucken. Der Kratzschmerz überlagert den Juckreiz und macht diesen dadurch erträglicher, selbst wenn das Kratzen die Haut schädigt (blutig kratzen). Der entstehende Schmerz wird ebenso durch den Juckreiz überdeckt, so dass er nicht oder nur schwach wahrgenommen wird. Im Falle von Augenjucken kann das Kratzen allerdings zu nachhaltigen Schäden am Auge führen und sollte vermieden werden. Gute antiallergische Augentropfen können den starken Augenjuckreiz effektiv unterdrücken.

Allergie

Was passiert bei einer allergischen Reaktion ? Im Falle einer Sensibilisierung gegen Blütenpollen (s. Abb.) kommt es bei einem Kontakt dieser Pollen mit den menschlichen Schleimhäuten in Nase, Rachen und Auge zu einer Immunreaktion. In den Schleimhäuten befinden sich Abwehrzellen (sog. Mastzellen), die für die allergische Akutreaktion verantwortlich sind. Sie tragen in sich verschiedenste Granulasubstanzen, die wichtigste ist Histamin. Diese Mastzellen können sich im Allergiefall sprunghaft vermehren. Kommt eine Blütenpolle (s. Abb.) in Kontakt mit einer Mastzelle, dann öffnet sich diese Zelle und schüttet ihre Granula (das Blütenpolle im ElektronenmikroskopHistamin) in die Schleimhaut aus. Dies ist Teil der immunologischen Abwehrreaktion. Das ausgeschüttete Histamin wandert zu den Blutgefäßen der Schleimhaut, bindet an die dort vorhandenen Histaminrezeptoren und löst eine biochemische Reaktion aus: die Blutgefäße (Adern) weiten sich und werden durchlässig. Dadurch tritt Flüssigkeit (Wasser) aus den Blutgefäßen ins Schleimhautgewebe aus. Es entstehen Schwellungen (Ödeme). Die Schleimhäute röten sich. Die Nase kann zuschwellen, die Schwellung der Bindehäute des Auges führt zu starken Blendungen im Auge (Lichtscheu). Es entstehen die Symptome der geröteten Augen, das Augentränen und das Naselaufen. Histamin bewirkt aber vor allem einen starken Juckreiz an den Augen, in der Nase und im Hals, der so stark werden kann, dass er als unerträglich empfunden wird. Das Tragen von Kontaktlinsen verschlimmert die Symptomatik häufig, da sich die Allergene unter den Kontaktlinsen festsetzen und nicht vom Tränenfilm beseitigt werden können. Das Reinigen der Linsen ist daher in der Allergiezeit noch wichtiger, wenn man nicht auf sie verzichten möchte.

Was passiert bei einer allergischen Reaktion ?

Im Falle einer Sensibilisierung gegen Blütenpollen (s. Abb.) kommt es bei einem Kontakt dieser Pollen mit den menschlichen Schleimhäuten in Nase, Rachen und Auge zu einer Immunreaktion. In den Schleimhäuten befinden sich Abwehrzellen (sog. Mastzellen), die für die allergische Akutreaktion verantwortlich sind. Sie tragen in sich verschiedenste Granulasubstanzen, die wichtigste ist Histamin. Diese Mastzellen können sich im Allergiefall sprunghaft vermehren. Kommt eine Blütenpolle (s. Abb.) in Kontakt mit einer Mastzelle, dann öffnet sich diese Zelle und schüttet ihre Granula (das Blütenpolle im ElektronenmikroskopHistamin) in die Schleimhaut aus. Dies ist Teil der immunologischen Abwehrreaktion. Das ausgeschüttete Histamin wandert zu den Blutgefäßen der Schleimhaut, bindet an die dort vorhandenen Histaminrezeptoren und löst eine biochemische Reaktion aus: die Blutgefäße (Adern) weiten sich und werden durchlässig. Dadurch tritt Flüssigkeit (Wasser) aus den Blutgefäßen ins Schleimhautgewebe aus. Es entstehen Schwellungen (Ödeme). Die Schleimhäute röten sich. Die Nase kann zuschwellen, die Schwellung der Bindehäute des Auges führt zu starken Blendungen im Auge (Lichtscheu). Es entstehen die Symptome der geröteten Augen, das Augentränen und das Naselaufen. Histamin bewirkt aber vor allem einen starken Juckreiz an den Augen, in der Nase und im Hals, der so stark werden kann, dass er als unerträglich empfunden wird. Das Tragen von Kontaktlinsen verschlimmert die Symptomatik häufig, da sich die Allergene unter den Kontaktlinsen festsetzen und nicht vom Tränenfilm beseitigt werden können. Das Reinigen der Linsen ist daher in der Allergiezeit noch wichtiger, wenn man nicht auf sie verzichten möchte.

Allergie im Büro ?

Unter Allergie ähnlichen Beschwerden leiden immer mehr Menschen, die den ganzen Tag in Büros arbeiten, besonders in modernen Grossraum-Bürogebäuden, deren Fenster selten geöffnet werden oder die von Klimaanlagen belüftet werden. Nach wenigen Stunden beginnen Augen zu jucken oder sich zu röten, die Nase geht zu, der Hals kratzt und Müdigkeit und Kopfschmerzen stellen sich ein. Symptome, die einer Allergie ähneln, aber keine Allergie sind. Die Beschwerden verschwinden meist sehr schnell, wenn das Bürogebäude verlassen wird. Mediziner sprechen von einem Sick-Building-Syndrom, weil die Beschwerden in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Aufenthalt in den Bürogebäuden stehen. Ob die Ursache jedoch in den Gebäudebestandteilen zu suchen ist oder mit der meist sehr trockenen und sauerstoffarmen Luft zusammenhängt, ist noch nicht endgültig geklärt.

Mit Hypnose gegen Allergien

Eine Hypnosetherapie soll mit großen Erfolgsaussichten bei Allergien verschiedenster Art helfen. Studienergebnisse sprechen von bis zu 80% Erfolg. Dem Unterbewusstsein wird in den Hypnosesitzungen suggeriert, dass die verantwortlichen Allergene harmlos und unschädlich sind und nicht durch das Immunsystem bekämpft werden müssen. Da es sich bei Allergien um psychosomatische Erkrankungen handelt, kann die Hypnose helfen, Körper und Geist zu harmonisieren. Weitere Informationen bei der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und bei der Fachklinik für Hypnosetherapie.  

Vierter wärmster Winter lässt nichts Gutes hoffen

Die Pollensaison startet in diesem Jahr früh und heftig. Bereits seit Ende Dezember blühen lokal die Haselbäume. Nach dem ausgebliebenen Frost in weiten Teilen Mitteleuropas droht nun ein sehr starker und früher Pollenflug von Hasel, Erle und Birke, wenn es weiterhin mild und sonnig bleibt. Antiallergische Vorkehrungen sollten also bereits getroffen werden.

Trockenes Auge

Wer allergische Symptome das ganze Jahr über hat, der leidet in den Herbst- und Wintermonaten nicht selten auch an trockenen Augen oder trockener Nase. Die Schleimhäute sind gereizt und können die Augen und die Nasenschleimhaut nicht ausreichend gut benetzen, v.a. bei trockener Raumluft. Brennende und gerötete Augen sind die Folge oder Nasenatmungsprobleme. Trockene Augen sind dabei von Bindehautreizungen zu unterscheiden und sollten mit Künstlichen Tränen behandelt werden, nicht mit sogenannten Weissmachern.

Ambrosia / Traubenkraut:

Das aus Amerika stammende Traubenkraut verbreitet sich rasend schnell in Deutschland. Seine Pollen gelten als äußerst allergen. So haben einige Kommunen bereits damit begonnen, das Kraut präventiv vor der Blütezeit zu vernichten. Jedoch finden sich selten ausreichend Freiwillige oder Jobber, die diese durchaus sinnvolle Arbeit ausführen wollen.

Ambrosia / Traubenkraut

Das aus Amerika stammende Traubenkraut verbreitet sich rasend schnell in Deutschland. Seine Pollen gelten als äußerst allergen. So haben einige Kommunen bereits damit begonnen, das Kraut präventiv vor der Blütezeit zu vernichten. Jedoch finden sich selten ausreichend Freiwillige oder Jobber, die diese durchaus sinnvolle Arbeit ausführen wollen.

Immer noch kein Frühling

Der längste und dunkelste Winter seit 60 Jahren nimmt einfach kein Ende. Auch zu Ostern wird es wohl noch nicht wirklich wärmer. Aber der Frühling wird kommen, das ist gewiss. Experten vermuten einen extremen Wetterumschwung im April mit hohen Temperaturen und einer Frühlingsexplosion in der Natur. Alle Frühblüher werden vermutlich innerhalb weniger Tage anfangen zu blühen und ihre Pollenfracht in die Luft katapultieren. Für Allergiker bedeutet das extreme Belastungen und schwere Symptome. Daher sollte spätestens jetzt vorgesorgt werden. Asthmatiker brauchen ihr Spray und Pollenallergiker sollten sich mit Antihistaminka eindecken, um die wichtigen Medikamente im Haus zu haben, wenn es los geht.

Immer mehr Allergiker

Die Zahl der Pollenallergiker steigt von Jahr zu Jahr. Den Grund dafür sehen deutsche Wissenschaftler in der Klimaerwärmung, die die Zahl der Pollen drastisch erhöhe. Dies gelte vor allem für die aggressiven Pollen der Hasel, der Birke, des Beifußes und neu auch für Traubenkraut, auf das immer mehr Menschen allergisch reagieren.

Neuer Erfolg

Deutsche Forscher erzielen neue Erfolge im Kampf gegen Allergien. Speziell aufbereitete Kuhmilch soll das Asthma-Risiko für Kinder um 40-50 Prozent reduzieren. Das berichtet die Zeitschrift GEO in der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe “Allergie-Alarm”.

Warme Frühjahrstemperaturen machen Allergikern Probleme

Warme Frühjahrstemperaturen bis 26 Grad in Süddeutschland und stark blühende Bäume machen Millionen Allergikern zu schaffen. Nach der Hasel blühen auch die Hainbuche und die Birke in diesem Jahr außergewöhnlich reich und entlassen ihre allergene Pollenfracht in den Frühlingswind. Neben antiallergisch wirksamen Tabletten, Nasensprays und Augentropfen sind vielfach auch antiasthmatisch wirksame Lungensprays notwendig, um die Symptome zu kontrollieren. V.a. nachts kann es zu asthmatischen Atemproblemen kommen. Es wird dringend empfohlen, abends zu duschen oder zumindest die Haare zu waschen und von den Pollen zu befreien.

Einige praktische Ratschläge vom allergologischen Update-Symposium in München: Pollenallergiker sollen unbedingt die unterschiedliche Pollenflugzeiten auf dem Land und in der Stadt beachten und sich entsprechend schützen (im Haus bleiben, Fenster schließen). Auf dem Land ist die Belastung morgens am größten, in der Stadt am Abend und nachts. Vor dem zu Bett gehen sollten Haare gewaschen werden und die “pollenkontaminierte” Tageskleidung nicht im Schlafzimmer gelagert werden. Antiallergische Medikamente sollten während der Allergiezeit durchgängig eingenommen / angewendet werden, um einen durchgängig hohen Wirkspiegel zu halten. Dieser würde nicht nur die allergischen Symptome reduzieren, sondern auch antientzündliche Wirkungen entfalten. Eine spontane Anwendung nur nach Bedarf könne dies nicht leisten.

Neurodermitis Portal

jucknix.de ist das größte redaktionell gepflegte Portal Deutschlands rund um die Neurodermitis und wurde von Patienten gegründet, um andere Betroffene unabhängig, leicht verständlich und umfassend über Neurodermitis zu informieren sowie einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. www.jucknix.de

Später Start der Allergie-Saison

Allergie-Saison startet extrem spät: durch den langen, kalten Winter gab es in diesem Jahr bislang kaum Belastungen durch Baumpollen. Zwar hängen die Haselbäume seit Anfang März voll mit Blüten, aber zu nennenswertem Pollenflug kam es bislang nicht. Nun befürchten Experten, dass die Pollen von Hasel, Erle und Birke gegen Ende März / Anfang April zusammen kommen und zu enormen Belastungen führen könnten.

Traubenkraut verbreitet sich weiter

Das Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), ein dem Beifuß ähnliches Kräutergewächs verbreitet sich weiter stark in Europa. Nachdem sich in Südeuropa bereits große Mengen des unscheinbaren Krautes mit seinen sehr allergenen Pollen verbreiten, tauchen auch in Deutschland immer neue Funde auf. So berichten verschiedene Zeitungen im ganzen Bundesgebiet in diesem Jahr über Ambrosia, das von Ende Juli bis in den Oktober hinein blüht.mehr

Birke

Drei-Jahres-Zyklus wieder bestätigt. Alle drei Jahre blüht die Birke in Mitteleuropa besonders stark und entlässt ihre aggressiven Pollen in die Frühlingsluft. Kommt schönes sonniges und trockenes Wetter hinzu, haben Pollenallergiker sehr starke Probleme, die bis zu Asthmaanfällen reichen können. So ist auch in diesem Jahr wieder zur Vorsicht geraten, wenn das schöne Wetter über die Osterfeiertage ins Grüne lockt. Besonders sollten Nichtallergiker auf ihre allergischen Mitmenschen (v.a. Kinder) Rücksicht nehmen, da es ihnen oftmals schwer fällt, die belastende Pollensituation nachzuvollziehen. Trotz des schönen Wetters kann es für Birkenallergiker sinnvoll sein, sich v.a. im Hause aufzuhalten. Therapeutisch kann eine Kombination aus Nasenspray, Augentropfen und Tabletten notwendig sein.

Allergiefrühjahr 2008

Schwaches Allergiefrühjahr 2008: nach starkem Pollenflug zu Beginn des Jahres weisen Ärzte und Apotheker auf ein schwaches Allergiefrühjahr hin. Patienten berichteten lediglich über schwache Symptomatiken während der Blüte von Birke, Eiche und Gräsern. Die Umsätze an Antiallergika gingen von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10% zurück.

Immunisierungstherapie gegen Gräserpollen

Zweite Gräsertablette am Markt. Nachdem 2006 bereits das Allergen-Medikament Grazax eingeführt wurde, kommt jetzt eine zweite Immunisierungstherapie gegen Gräserpollen mit dem namen Oralair auf den deutschen Markt. Die Meinungen über Sinn und Wirksamkeit dieser Alternative zur subkutanen oder sublingualen Therapie gehen auseinander. Bei Interesse fragen Sie Ihren Allergologen nach seiner Meinung.

Warmer Jahresstart 2008

Durch den warmen Jahresstart 2008 blühen die Bäume in vielen Regionen Deutschlands sehr früh. In Freiburg beginnt die Erlenblüte bereits Anfang Februar und die Weide Mitte Februar. Mit der Birkenblüte kann schon Mitte/Ende März gerechnet werden, wenn es weiterhin so trocken und warm ist. Für betroffene Allergiker bedeutet dies, die Therapie (z.B. mit Kortison-Nasensprays – rezeptpflichtig) möglichst früh zu beginnen, um so die optimale Wirksamkeit zu gewährleisten.

Aufklärung im Umgang mit allergischen Reaktionen

Nur ca. 2% aller Patienten, die eine anaphylaktische Reaktion auf Insektenstiche oder Nahrungsmittel hatten, werden richtig über nachfolgendes Verhalten und den Umgang mit allergischen Reaktionen aufgeklärt. Dies stellt die Kommission zur Prävention tödlicher allergischer Reaktionen fest und fordert Aufklärung. Mehr… (PDF-Datei)

Baumblütenallergien

Die ersten vier Monate 2007 und die damit verbundenen Baumblütenallergien gehörten zu den stärksten seit vielen Jahren. Der Umsatz von Antiallerikaprodukten nahm gegenüber dem Vorjahr bis zu 46% zu. Das stärkste Wachstum verzeichneten Augentropfen, gefolgt von Nasensprays und Antihistamintabletten. Grund ist der sehr warme Jahresbeginn und der trockenste und wärmste April seit langen Zeiten.

Ungewöhnlich hohe Temperaturen

Nach den ungewöhnlich hohen Temperaturen im Januar erwarten Experten eine früh startende Blüteperiode und Allergiesaison. Die Hasel blühte in manchen Landesteilen bereits im Dezember 2006, die Birkenblüte wird Ende März erwartet und die Gräser ab Mitte Mai. Allergiker sollten entsprechende vorsorgende Massnahmen ergreifen.

Zunahme von Kinderallergien

Zunahme von Kinderallergien: Eine weltweit durchgeführte Studie ergab, dass Allergien bei Kindern weiterhin stark zunehmen. So haben in Deutschland bereits 13 Prozent aller sechs- bis achtzehnjährigen allergisches Asthma. Bei entsprechenden Symptomen sollte frühzeitig ein Facharzt aufgesucht und ev. eine Therapie begonnen werden.

Traubenkraut

Das aus Amerika stammende Traubenkraut (ragweed) macht sich auch in Europa heimisch und verbreitet sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Ragweedpollen gehören zu den stärksten Allergenen mit klinischer Relevanz. Millionen Amerikaner leiden unter den starken allergischen Symptomen, die auch allergisches Asthma auslösen. Noch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über Traubenkrautallergien in Deutschland. Die Blütezeit des an Beifuss erinnernden Krauts ist von Juni bis September.

Stärkste Allergiesaison seit 20 Jahren

Stärkste Allergiesaison seit 20 Jahren. Durch den langen Winter und den späten Beginn der Wachstumsperiode sind einige Baumblüten zeitlich zusammengefallen und haben ihre Pollen in hohen Konzentrationen verbreitet. Das verursachte auch bei Menschen allergische Beschwerden, die bislang keine Allergiesymptome während der Birkenblüte hatten.

Klinische Studien

Klinische Studien zur prophylaktischen Anwendung von Kortison-Nasensprays zeigen, dass die allergische Symptomatik v.a. bei Frühblüherallergien verhindert werden kann. Dazu müssen die verschreibungspflichtigen Nasensprays zwei bis vier Wochen vor Beginn und während der Blüte von Hasel, Erle, Birke angewendet werden.

Salzkristallpfeife

Jetzt auch in Deutschland – das Patent aus Ungarn: Die Salzkristallpfeife hilft der Lunge bei Asthma, Allergien und Bronchitis; auch für Kinder: www.salzkristall-pfeife.de

Rezeptfreie Antihistaminika

Ärzte können künftig rezeptfreie Antihistaminika wieder auf Kassenrezept für alle Patienten verordnen, die unter schwerwiegenden Formen eines allergischen Schnupfens leiden, wenn eine Behandlung mit kortisonhaltigen Nasensprays allein nicht ausreichend ist.

Europäische Zulassung für Omalizumab

Omalizumab (Wirkstoffname) hat die europäische Zulassung bei schwerem allergischem Asthma erhalten. Das Medikament ist ein Anti-IgE, es wird alle zwei bis vier Wochen subkutan injiziert. Das neue Mittel ist für Erwachsene und für Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr zugelassen und wird in den nächsten Wochen in den ersten EU-Ländern erhältlich sein. In Deutschland ab 1.November.

Immuntherapie

Etwa 800 000 Patienten mit Neurodermitis sind besonders schwer erkrankt mit stark ausgeprägten Entzündungserscheinungen. Eine äußere Behandlung mit Cremes ist bei solchen Patienten oft nicht ausreichend wirksam. Den Betroffenen kann jedoch häufig durch eine Immuntherapie geholfen werden. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe hat zu diesem Thema für Patienten die kostenlose Broschüre „Immuntherapie“ herausgebracht. Darin sind die Krankheitsprozesse gut verständlich erklärt und die derzeitigen Therapiemöglichkeiten beschrieben, besonders die Immuntherapie. Die kostenlose Broschüre ist erhältlich bei: Deutsche Haut-und Allergiehilfe, Gotenstr. 164, 53 175 Bonn oder im Internet unter: www.dha-immuntherapie.de

Weltkongress

Weltkongress: Allzu häufig wird die allergische Rhinitis von Betroffenen immer noch als Bagatellerkrankung hingenommen, für die es keiner Therapie oder zumindest keines Arztbesuchs bedarf. Zu Unrecht. Denn abgesehen von der damit verbundenen erheblichen Einschränkung der Lebensqualität ist die allergische Rhinitis ein häufiger Grund für Schlafstörungen sowie Leistungseinschränkungen in Schule und Beruf. Zudem ist sie Wegbereiter für Asthma bronchiale.

Insektengifte

Etwa 3% der Bevölkerung sind allergisch auf Insektengifte. Jährlich sterben ca. 20 Menschen am allergischen Schock. Experten weisen darauf hin, dass durch den zunehmenden Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft nicht mehr nur allergische Reaktionen auf das reine Insektengift möglich sind, sondern auch auf die übertragenen Pestizidanteile in der Injektionsflüssigkeit. Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Insektenstiche (Schwellungen, Blutdruckabfall, Herzfrequenzanstieg, Übelkeit) sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Chronischer Husten

Chronischer Husten bei Kindern kann auf eine allergische Reaktion auf Milben oder Schimmelpilze hinweisen. Bei ungeklärtem chronischen Husten sollte daher eine Allergietestung in Erwägung gezogen werden. Ein Hyposensibilisierung kann sinnvoll sein.

Hyposensbilisierung

Wer gerade in den Sommermonaten mit allergischen Problemen zu kämpfen hat, sollte neben den Pollenallergenen von Gräsern, Getreide und Kräutern auch an Schimmelpilzsporen denken. Sie bilden sich an trockenen Pflanzen, v.a. an Getreide und werden mit dem Wind transportiert. Die Diagnose einer Schimmelpilzallergie kann nur durch einen Allergentest beim Allergologen gestellt werden. Der Versuch einer Hyposensbilisierung ist möglich und häufig erfolgreich.

Olopatadin

Seit Januar 2004 sind neue Augentropfen mit dem Wirkstoff Olopatadin in Deutschland erhältlich. Nach Informationen des Herstellers Alcon Pharma sind die neuen antiallergischen Augentropfen in vielen Ländern der Welt zum meistverordneten Medikament bei allergisch bedingter Augenentzündung geworden. Die klinische Wirksamkeit gegen Augenjucken, Schwellung und Tränen beruht auf einem doppelten Ansatz: Olopatadin wirkt mastzellstabilisierend und blockiert Histamin. Dadurch tritt die Wirkung schnell ein und hält lange an.

Neues Milbenspray

Mit Öl gegen Hausstaubmilben: Mit einem neuen Milbenspray – Milbiol – sollen Hausstaubmilben reduzierzt werden können. Milbiol enthält Niembaumsamen-Öl, dass Milben den Geschmack auf Hautschuppen nehmen soll. Mit dem Spray werden Bettwäsche, Möbel und Matrazen eingesprüht. Milbiol ist in Apotheken erhältlich.

25-30 Millionen Bürger leiden in Deutschland an Symptomen

Nach Expertenschätzungen leiden in Deutschland 25-30 Millionen Bürger an den Symptomen von Allergien. Nur 50% davon behandeln die Erkrankung, 25% per Selbstmedikation und 25% in ärztlicher Behandlung. Nur 10% sind optimal medikamentös eingestellt. Jeder dritte bis vierte nicht behandelte Heuschnupfen geht in ein allergisches Asthma mit lebensbedrohlichen Risiken über. Dies die alarmierende Feststellung führender Allergologen auf einem Allergie- und Immunologiekongress in Bochum Mitte März.